Warum Anlageentscheidungen nur im Kontext des Gesamtvermögens Sinn machen

Anlageentscheidung im Gesamtkontext

In diesem Beitrag lege ich dar, warum es für eine gute Anlageentscheidung die Betrachtung aller Vermögensbestandteile braucht.

Eine Fußballmannschaft besteht aus:

  • Torwart
  • Verteidigern
  • Mittelfeldspielern
  • Stürmern

Während der Torwart Gegentore verhindern soll, haben die Stürmer die Aufgabe, Tore zu erzielen. Verteidiger und Mittelfeldspieler wirken dabei unterstützend. So trägt jeder Spieler einen Teil zum Mannschaftserfolg bei. Hat jemand einen schlechten Tag, kann dies oft von den Teamkameraden ausgeglichen werden.

Ähnlich verhält es sich bei einem Anlageportfolio. Es gibt defensive und offensive Bestandteile, die sich gegenseitig unterstützen und gemeinsam für den langfristigen Anlageerfolg sorgen. Eine Vermögensstruktur kann sich beispielsweise aus folgenden Punkten zusammensetzen:

  • Humankapital / Wert der eigenen Arbeitskraft
  • Ansprüche gegenüber der gesetzlichen Rentenversicherung
  • Aktien
  • Anleihen
  • Selbstgenutzte Immobilie
  • Ansprüche gegenüber privaten Versicherungen

Dabei nimmt der Wert der Arbeitskraft in jungen Jahren einen hohen Stellenwert ein. Dafür sind andere Vermögenswerte unterrepräsentiert.

In der Folge verfügen junge Menschen über eine höhere Risikotragfähigkeit als ältere hinsichtlich ihres Kapitalvermögens, da der Wert des Kapitalvermögens im Vergleich zur Arbeitskraft gering ist. Verluste an den Kapitalmärkten können schlicht „herausgearbeitet“ werden.

Mit zunehmenden Alter gewinnen andere Vermögenswerte an Gewicht. Verpasst man es, diesem Punkt bei der Vermögensplanung Rechnung zu tragen, kann das schmerzhafte Folgen haben.

 

Die Anlageentscheidung im Gesamtkontext

Beispielsweise sollte das eigene Portfolio vor dem nahenden Ruhestand auf seine Angemessenheit geprüft werden. Und „nahend“ meint hier – idealerweise – mindestens 10 Jahre vor Rentenbeginn.

Spätestens jetzt wird deutlich, warum für eine Anlageentscheidung alle Vermögensbestandteile berücksichtigt werden sollten:

Ist der Ruhestand beispielsweise allein aus Ansprüchen gegenüber der Gesetzlichen Rentenversicherung und privaten Versicherern finanzierbar, kann in anderen Vermögensbestandteilen – wenn man denn möchte – ein hohes Risiko eingegangen. Verluste an Aktien- und Anleihemärkten sind dann schlicht nicht existenzbedrohend.

Wenn das Aktien-, Anleihe-, und Immobilienvermögen jedoch zwingend zur Finanzierung der Rente benötigt wird, sollte die Risikoausrichtung dementsprechend angepasst werden.

Wieder gibt es Parallelen zur Fußballmannschaft:

Verpasst es das Management eine ausgeglichene Mannschaft auf die Beine zu stellen, die im Einklang mit der Spielphilosophie und den Zielen steht, ist eine enttäuschende Saison vorprogrammiert. Der beste Stürmer der Welt bringt einer Mannschaft keinen Erfolg, wenn man jedes Spiel 5 Tore kassiert.

 

Resümee

Um gute Anlageentscheidungen treffen zu können, ist die Betrachtung der Gesamtsituation erforderlich:

  • Was soll erreicht werden?
  • Wie stellt sich die familiäre Situation dar?
  • Wie lang ist mein Anlagehorizont?
  • Welche Anlagen sind bereits vorhanden …

Sind nur einige Fragen, die es zu beantworten gilt. Darüber hinaus finden in einem ausgewogenen Portfolio immer auch die persönlichen Empfindungen eines Anlegers Berücksichtigung. Das Ergebnis ist ein Portfolio mit dem Du Dich wohlfühlst und das geeignet ist, Deine Ziele zu erreichen.

Deine Finanzberatung  Christoph Geiler

Autor: Christoph Geiler

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