Coronavirus: Was die Unsicherheit für Dein Depot bedeutet

Medienlärm ausblenden und erfolgreich anlegen

Zu Beginn beschränkte sich das Coronavirus auf China und den asiatischen Raum. Die Krankheit schien weit weg. Dann wurde klar, dass dem Coronavirus Ländergrenzen herzlich egal sind. Es machte sich auf in die westliche Welt und ist mittlerweile bei uns in Deutschland angekommen.

Nachdem sich die Börsenbarometer zunächst robust zeigten, begann letzte Woche Montag, den 24.02.2020 weltweit der Wertverfall, welcher sich die komplette letzte Woche fortsetzte. Auch unsere breit diversifizierten Aktiendepots konnten sich den rückläufigen Kursen nicht entziehen und verloren etwas mehr als 10 Prozent an Wert.

In diesem Artikel gehe ich darauf ein, was das für Dich als Mandant bedeutet. Ein Hinweis vorab: Etwaige Handlungsempfehlungen beziehen sich nur auf unsere Mandanten.

Die Grundidee unserer Investmentphilosophie

Unsere Investmentphilosophie beruht auf dem Ansatz, dass Märkte Wertpapiere effizient bepreisen. Neue Informationen werden nahezu in Echtzeit berücksichtigt. Die Woche vom 24.02.2020 zum 01.03.2020 ist ein Paradebeispiel dafür. Als sich herauskristallisierte, dass das Coronavirus kein regionales Phänomen bleibt und Einfluss auf Lieferketten weltweit haben könnte, reagierten die Märkte mit Preisabschlägen.

Die Frage, ob diese Preisabschläge der Höhe her gerechtfertigt sind, wird die Zukunft zeigen. An den Börsen wird immer auch Unsicherheit gehandelt und die Unsicherheit ist aktuell hoch. Niemand kann seriös einschätzen, wie sich das Coronavirus genau ausbreiten wird und wie der Einfluss auf unser tägliches Leben sein wird. Viele Faktoren können lediglich geschätzt werden und diese Schätzungen werden in die Wertpapiernotierungen eingepreist.

Wenn es schlimmer kommt, als wir heute denken, werden die Kurse weiter fallen. Kommt es besser, kann es sein, dass wir zügig wieder steigende Kurse sehen.

Wie solltest Du mit der aktuellen Unsicherheit durch das Coronavirus umgehen?

Ich kann Dir nicht sagen, wie sich die Zukunft entwickeln wird. Das ist zum Glück auch nicht notwendig. Meine feste Überzeugung ist, dass die positiven Renditen der Zukunft die Entschädigung dafür sind, dass wir heute Risiken eingehen und tragen.

Entscheidend ist, dass wir nur Risiken eingehen, die wir auch tragen können. Das ist einer der Gründe dafür, dass bei uns vor nahezu jeder initialen Geldanlage eine ausführliche Finanzplanung steht. Aus der Finanzplanung ergibt sich unter anderem die Risikotragfähigkeit. Sie ist ein objektives
Maß dafür, wie viel Risiko ein Anleger eingehen kann, ohne in Schwierigkeiten zu geraten.

Keiner unserer Mandanten ist in den nächsten Jahren auf existentielle Art und Weise auf das Kapital aus seinem Aktienvermögen angewiesen. Für schwere Zeiten stehen ausreichende Liquiditätspuffer in Form von Bankguthaben und risikoarmen Anleihen zur Verfügung. Wertabschläge von risikoreichen Anlagen werden durch diese risikoarmen Vermögensanteile gepuffert. Das gibt jedem die Sicherheit, dass niemals das gesamte Vermögen im Feuer steht und genug Zeit vorhanden ist, um negative Börsenphasen aussitzen zu können. Denn das ist die Lehre aus den vergangenen Krisen wie der
Finanzkrise 2008/2009, Ebola und der Dotcom-Blase (um nur einige zu nennen):

Auf jede Schlechtwetterfront folgt Sonnenschein.

Das Positive sehen

Wenn wir im Alltag einkaufen gehen, schauen wir auf günstige Preise und Sonderangebote. Wir kaufen gerne günstig. Dieses Denken, solltest Du auf die Wertpapiermärkte übertragen. Wenn Du Aktien kaufst, möchtest Du günstige Preise. Erst wenn du verkaufst, möchtest Du hohe Preise.

Alle unsere Mandanten sind aktuell Nettokäufer von Aktien. Das bedeutet, dass in den nächsten Jahren mehr Wertpapiere gekauft als verkauft werden. Aus diesem Blickwinkel nehmen die aktuellen Kursrückgänge eine positive Dimension ein, da wir jetzt für den gleichen Betrag mehr Wertpapiere bekommen als noch vor einer Woche.

Kernpunkte und Handlungsempfehlung für unsere Mandanten:

  • Ob und wie weit es an den Wertpapiermärkten noch nach unten geht, wissen wir nicht. Ebenso wenig wissen wir, wann wir wieder steigende Notierungen sehen werden
  • An der Börse zu investieren, bedeutet bis zu einem gewissen Maß
    Kontrollverlust. Die positiven Renditen der Zukunft sind die
    Entschädigung dafür, dass wir heute Risiken tragen
  • Der Rückgang an den Börsen betrifft nur ein Teil des Vermögens.
    Andere Anlagevermögen wie Bankguthaben, Anleihen und Immobilien
    federn den Wertrückgang deutlich ab
  • Wir haben ausreichend Zeit, um Wertrückgänge auszusitzen
  • Zwischenzeitliche Wertrückgänge sind sogar positiv für uns, wenn wir in der nächsten Jahren mehr Aktien kaufen als verkaufen
  • Es sollten jetzt keine Aktien aufgrund von Ängsten verkauft werden
  • Sparpläne weiterlaufen lassen
  • Geht es noch weiter nach unten, werden wir, wenn es Deine finanzielle Gesamtsituation hergibt, risikoarme Anlagen verkaufen und Aktien nachkaufen. Damit halten wir das gewünschte Risikoprofil aufrecht und haben mehr Kapital in den Aktienmärkten investiert, wenn es wieder nach oben geht (Rebalancing). Bei größeren Verschiebungen stimme ich mich direkt mit Dir ab

    Resümee

    Risiko und Rendite bedingen einander. Daher wird es immer wieder Phasen geben, an denen es zu deutlichen Rückgängen an den Aktienmärkten kommt. Wichtig ist in diesen Zeiten, dass Du Dir bewusst machst, dass Du einen klaren Finanzplan an der Hand hast, den Du verstehst und der funktioniert.

    Kursrückgänge wie diese haben wir in der Planung berücksichtigt und stellen Dich vor keine existentielle Herausforderung. Die große Aufgabe ist es, Verluste emotional zu verarbeiten. Daher haben wir uns im Vorfeld ausführlich über Deine individuelle Risikobereitschaft unterhalten und diese berücksichtigt.

    Fakt ist aber auch, dass wir im Vorfeld nie genau sagen können, wie wir im Ernstfall mit einer Situation zurechtkommen. Wenn Du merkst, dass Dich eine Anlageerfahrung an Deine Grenzen bringt, kannst Du Dich jederzeit melden.

    Dein Finanzberater
    Christoph Geiler

    Hinweis: Handlungsempfehlungen gelten nur für unsere Mandanten.

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