Finanzberater Kosten: Die Mär der kostenlosen Finanzberatung

Finanzberater Kosten: Es gibt nichts umsonst, auch keine Finanzberatung.

Bevor du dich für einen Finanzberater entscheidest, stellt sich die Frage nach den Kosten der Beratung. Schließlich macht die Inanspruchnahme einer Dienstleistung nur Sinn, wenn Preis und Leistung miteinander in Einklang stehen.

Bei der Recherche im Netz stolperst Du dabei immer wieder über die plakative Werbeaussage:

>>Unsere Beratung ist für Sie kostenlos!<<

Dieser Beitrag zeigt, dass das nur die halbe Wahrheit ist.

 

 

Was kostet ein Finanzberater?

Üblicherweise werden Finanzberater über Provisionen vergütet. Das bedeutet, dass ein Berater Geld verdient, wenn er seinen Kunden ein Produkt vermittelt.

Einfaches Beispiel:

Du gehst zu einem Finanzberater mit dem Wunsch nach einer Berufsunfähigkeitsversicherung. Der Berater stellt Dir verschiedene Versicherungspolicen vor und empfiehlt Dir anschließend seinen Favoriten. Bis zu dieser Stelle hat der Berater keinen Cent verdient.

Wenn Du allerdings der Empfehlung folgst und das Produkt abschließt, bekommt der Berater eine Abschlussprovision vom Versicherer überwiesen. Die Höhe der Provision richtet sich dabei nach den Beiträgen, die Du über die gesamte Laufzeit für den Versicherungsschutz aufwenden musst. In der Regel gilt:

Je teurer die Versicherung, desto mehr Provision erhält der Finanzberater.

 

Provision: Die Beratung ist kostenlos

Die Werbeaussage Unsere Beratung ist für Sie kostenlos! stimmt also. Vergütet bekommt der Finanzberater in unserem Beispiel den Vermittlungsprozess und nicht den Beratungsprozess.

Die Grenze der Wahrheit wird jedoch übertreten, wenn im Nebensatz hinzugefügt wird, dass die Produkte – seien es Rentenversicherungen, Baufinanzierungen oder Berufsunfähigkeitsversicherungen – durch Provisionen für den Endkunden nicht teurer werden …

Diese Behauptung fußt auf der Argumentation, dass Provisionen ohnehin in den Produkten einkalkuliert sind, egal ob vorher eine Beratung in Anspruch genommen wurde oder nicht …

Das ist schlicht falsch.

 

Nettotarife: Deutlich günstiger als Provisionstarife

Mittlerweile gibt es eine Vielzahl an Nettopolicen (auch bekannt als Honorartarife), die völlig ohne einkalkulierte Abschluss- und Bestandsprovisionen auskommen. Diese sind in der Regel deutlich günstiger als Provisionstarife, da in Honorartarifen kein Berater quersubventioniert werden muss.

Nettotarife werden meist von Honorarberatern empfohlen. Einen Honorarberater bezahlst du für seine Beratung und nicht für die Vermittlung eines Produktes. Der Vorteil:

Der Berater hat keinen Druck, Dir ein Produkt vermitteln zu müssen. Ergibt die Beratung, dass Du kein Produkt benötigst, kann er Dir das offen sagen, ohne dabei seine Vergütung aufs Spiel zu setzen.

Im Umkehrschluss bedeutet das aber auch, dass du in jedem Fall ein Honorar bezahlst, egal ob Du am Ende ein Produkt bekommst oder nicht.

 

Das kostet ein Finanzberater

Der übliche Stundensatz von Honorarberatern liegt um die 150 €/h, ähnlich wie bei einem Rechtsanwalt. Für eine umfassende Beratung fällt damit leicht ein vierstelliges Honorar an. Das klingt im ersten Moment viel, relativiert sich aber, wenn Du Dir bewusst machst, dass für den Abschluss von Lebens- und Rentenversicherungen schnell vierstellige Provisionen anfallen … für jeden einzelnen Produktabschluss.

Gut zu wissen:

Vergleichsportale erhalten ebenfalls Provisionen für die Produktvermittlung.

 

Fazit: Es gibt nichts umsonst

Mach Dir bewusst, dass es (fast) nichts umsonst gibt, auch nicht Finanzberatung. Letztlich ist das wenig verwunderlich. Ärgerlich ist nur, wenn etwas anderes in den Wald hinein gerufen wird … denn was aus dem Wald heraus schallt, ist eine Intransparenz, die Verbraucher und Berater schadet.

Das ist einer der Gründe, warum ich ausschließlich auf Honorarbasis arbeite. Es ermöglicht maximale Transparenz und schafft von Anfang an klare Verhältnisse.

Dein Finanzberater
Christoph Geiler

Kommentare

  1. Andreas

    Ich bin sehr gespannt, wie sich das Thema Honorarberatung in Deutschland entwickeln wird.

    Momentan gibt es meiner Wahrnehmung nach hierfür noch eine eher geringe Akzeptanz. Obwohl ich den Ansatz gut und richtig finde, für einen fachkundigen Rat zu bezahlen. Beim Steuerberater oder Rechtsanwalt ist das ja auch selbstverständlich.

    Die Alternative zur Honorarberatung ist entweder die nur vordergründig kostenlose „Beratung“ von Banken oder Finanzvertrieben in Anspruch zu nehmen (halte ich auch nicht für empfehlenswert, da statt einer Beratungsgebühr häufig teure Provisionen für renditeschwache Produkte zu zahlen sind). Oder sich selbst mit seinen Finanzen ausführlich auseinanderzusetzen und die Finanzthemen selbst in die Hand zu nehmen.

    Letzteres ist aus meiner richtig und wichtig, kostet aber auch eine Menge Zeit. Und irgendwann werden viele auch bei diesem Ansatz an ihre Grenzen stoßen, so dass bei den wirklich komplizierten Sachverhalten ein guter (honorarbasierter) Expertenrat eine gute Investition sein kann.

    1. Mai 2018 - 13:35

  2. Christoph Geiler

    Hallo Andreas,

    ich bin auch gespannt 🙂
    Wie die Akzeptanz generell ausfällt, kann ich schwer einschätzen. Aber zumindest für uns funktioniert es heute schon. Man muss nur den Mut haben, ein ordentliches Konzept umzusetzen, dann findet sich auch die Akzeptanz.

    Liebe Grüße aus Leipzig
    Christoph

    19. September 2018 - 12:46

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