Finanzentscheidungen: Mut zur Einfachheit in komplexen Systemen

Mit Volldampf durch Zeiten niedriger Zinsen: Wütendem Mann kommt Qualm aus den Ohren

Unsicherheit ist ein schlechter Begleiter

Es gibt unendlich viele Möglichkeiten, sich vor Finanzentscheidungen zu informieren.

• Was kann ich für meine Altersvorsorge machen?
• Auf was muss ich beim Immobilienkauf achten?
• Wie lege ich mein Geld am besten an?
• Welche Punkte sollte ich beim Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung beachten?

Auf jede Frage bekommst du eine Antwort. Sei es im Internet, Fernsehen, Zeitungen oder von Experten. Dabei triffst du häufig auf ein Problem:

Überall wird eine andere Meinung vertreten, oder alternativ Sachverhalte immer weiter aufgedröselt, bis sie so komplex sind, dass einem schier der Kopf platzt. Das Ergebnis: Unsicherheit

Unsicherheit ist bei Finanzentscheidungen ein schlechter Begleiter. Unsicherheit führt dazu, dass Finanzentscheidungen hinterfragt und über den Haufen geworfen werden, sobald etwas nicht läuft wie erwartet. Auslöser können fallende Aktienkurse, Ärger mit dem Mieter oder eine Prämienerhöhung der Versicherung sein …

 

Hin und her macht Taschen lassen

Nichts ist schlimmer als das ständige Revidieren von Finanzentscheidungen. Denn das kostet dich jede Menge Geld. Zum einen weil du schlechte Renditen erreichst und zum anderen weil du für jeden Kauf und Verkauf eines Finanzprodukts Geld bezahlst.

Um das zu vermeiden, sollte vor jeder Finanzentscheidung also vor allem eins stehen: Sicherheit

Dafür braucht es zwei Dinge:

• Einen klaren Finanzplan
• Den Mut, komplexen Systemen mit Einfachheit zu begegnen

Der Finanzplan sorgt dafür, dass deine Finanzentscheidungen zu deinem Leben passen und das du dir über mögliche Konsequenzen (positive wie negative) bewusst wirst.

Einfachheit gibt dir schließlich die Sicherheit, dass du gute, solide Lösungen an der Hand hast, die funktionieren. So ist es zum Beispiel bei der Geldanlage weniger entscheidend, ob Aktien 20 Prozent oder 30 Prozent deines Gesamtvermögens ausmachen, als das du sie überhaupt in deiner Geldanlage berücksichtigst.

Es ist sogar gut möglich, dass eine simple Strategie, die jede Anlageklasse gleich gewichtet, besser abschneidet, als eine Anlagestrategie, die anhand wissenschaftlicher Erhebungen die Gewichtungen der verschiedenen Anlageklassen genau aufeinander abstimmt.

Der Grund dafür ist, dass sich diese wissenschaftlichen Erhebungen auf die vergangenen Entwicklungen der Finanzmärkte stützen. Und die Vergangenheit lässt leider keine sicheren Schlüsse für die Zukunft zu. Im besten Fall lassen sie Tendenzen erkennen. Salopp gesagt:

Der Zukunft ist die Vergangenheit ziemlich egal.

 

Was also tun bei komplexen Entscheidungen?

Stelle dir vor jeder Entscheidung die Frage:

Gibt es für mein komplexes Problem eine einfache Lösung?

Wenn die Antwort „Ja“ lautet, solltest du dazu tendieren, diese einfache Lösung einer komplexen vorzuziehen. Oder wie es bereits Albert Einstein auf den Punkt gebracht hat:

„Jeder Idiot kann Dinge größer, komplexer und gewaltiger machen. Es benötigt einen Hauch von Genie und jede Menge Mut, um in der entgegengesetzten Richtung bessere Erfolge erzielen zu können.“

Dein Finanzberater
Christoph Geiler

Warum Anlageentscheidungen nur im Kontext des Gesamtvermögens Sinn machen

Anlageentscheidung im Gesamtkontext

In diesem Beitrag lege ich dar, warum es für eine gute Anlageentscheidung die Betrachtung aller Vermögensbestandteile braucht.

Eine Fußballmannschaft besteht aus:

  • Torwart
  • Verteidigern
  • Mittelfeldspielern
  • Stürmern

Während der Torwart Gegentore verhindern soll, haben die Stürmer die Aufgabe, Tore zu erzielen. Verteidiger und Mittelfeldspieler wirken dabei unterstützend. So trägt jeder Spieler einen Teil zum Mannschaftserfolg bei. Hat jemand einen schlechten Tag, kann dies oft von den Teamkameraden ausgeglichen werden.

Ähnlich verhält es sich bei einem Anlageportfolio. Es gibt defensive und offensive Bestandteile, die sich gegenseitig unterstützen und gemeinsam für den langfristigen Anlageerfolg sorgen. Eine Vermögensstruktur kann sich beispielsweise aus folgenden Punkten zusammensetzen:

  • Humankapital / Wert der eigenen Arbeitskraft
  • Ansprüche gegenüber der gesetzlichen Rentenversicherung
  • Aktien
  • Anleihen
  • Selbstgenutzte Immobilie
  • Ansprüche gegenüber privaten Versicherungen

Dabei nimmt der Wert der Arbeitskraft in jungen Jahren einen hohen Stellenwert ein. Dafür sind andere Vermögenswerte unterrepräsentiert.

In der Folge verfügen junge Menschen über eine höhere Risikotragfähigkeit als ältere hinsichtlich ihres Kapitalvermögens, da der Wert des Kapitalvermögens im Vergleich zur Arbeitskraft gering ist. Verluste an den Kapitalmärkten können schlicht „herausgearbeitet“ werden.

Mit zunehmenden Alter gewinnen andere Vermögenswerte an Gewicht. Verpasst man es, diesem Punkt bei der Vermögensplanung Rechnung zu tragen, kann das schmerzhafte Folgen haben.

 

Die Anlageentscheidung im Gesamtkontext

Beispielsweise sollte das eigene Portfolio vor dem nahenden Ruhestand auf seine Angemessenheit geprüft werden. Und „nahend“ meint hier – idealerweise – mindestens 10 Jahre vor Rentenbeginn.

Spätestens jetzt wird deutlich, warum für eine Anlageentscheidung alle Vermögensbestandteile berücksichtigt werden sollten:

Ist der Ruhestand beispielsweise allein aus Ansprüchen gegenüber der Gesetzlichen Rentenversicherung und privaten Versicherern finanzierbar, kann in anderen Vermögensbestandteilen – wenn man denn möchte – ein hohes Risiko eingegangen. Verluste an Aktien- und Anleihemärkten sind dann schlicht nicht existenzbedrohend.

Wenn das Aktien-, Anleihe-, und Immobilienvermögen jedoch zwingend zur Finanzierung der Rente benötigt wird, sollte die Risikoausrichtung dementsprechend angepasst werden.

Wieder gibt es Parallelen zur Fußballmannschaft:

Verpasst es das Management eine ausgeglichene Mannschaft auf die Beine zu stellen, die im Einklang mit der Spielphilosophie und den Zielen steht, ist eine enttäuschende Saison vorprogrammiert. Der beste Stürmer der Welt bringt einer Mannschaft keinen Erfolg, wenn man jedes Spiel 5 Tore kassiert.

 

Resümee

Um gute Anlageentscheidungen treffen zu können, ist die Betrachtung der Gesamtsituation erforderlich:

  • Was soll erreicht werden?
  • Wie stellt sich die familiäre Situation dar?
  • Wie lang ist mein Anlagehorizont?
  • Welche Anlagen sind bereits vorhanden …

Sind nur einige Fragen, die es zu beantworten gilt. Darüber hinaus finden in einem ausgewogenen Portfolio immer auch die persönlichen Empfindungen eines Anlegers Berücksichtigung. Das Ergebnis ist ein Portfolio mit dem Du Dich wohlfühlst und das geeignet ist, Deine Ziele zu erreichen.

Deine Finanzberatung  Christoph Geiler

Autor: Christoph Geiler

Nachhaltig Geld anlegen – geht das?

Schafe in den Hügeln Irlands als Zeichen einer nachhaltigen Geldanlage

Ethisch-ökologische Geldanlage ist vermehrt Thema in Beratungsgesprächen. Dahinter steckt die Sorge, dass das investierte Geld in Unternehmen fließt, die Kinderarbeit, Krieg und Klimawandel vorantreiben.

Höchste Zeit also, dass wir uns in diesem Artikel anschauen, warum nachhaltige Geldanlage so schwierig ist.

 

Was ist überhaupt nachhaltige Geldanlage?

Bevor Du Geld nach ethisch-ökologischen Kriterien anlegst, musst Du den Rahmen abstecken. Bereits hier gehen die Vorstellungen auseinander …

Für den einen bedeutet nachhaltige Geldanlage, Kohle und Kernenergie von der Liste in Frage kommender Unternehmen zu streichen. Der andere geht einen Schritt weiter und möchte herkömmliche Automobilhersteller meiden. Einigkeit besteht meist bei der Frage nach Kinderarbeit.

Weitere Felder tun sich auf:

  • Was ist mit Massentierhaltung?
  • Was ist mit Krieg?
  • Was ist mir der kommerziellen Nutzung von Wasser?
  • Was ist mit Gewerben, die Holz verarbeiten?

Holz? Regenwaldabholzung. Da war ja was …

Regenwaldhölzer werden beispielsweise in Musikinstrumenten und im großen Stil in der Zellstoffindustrie zur Papierherstellung verwendet. Auch das Baugewerbe greift nur zu gerne zu.

Was ist also nachhaltige Geldanlage? Diese Frage beantwortet jeder anders. Und vor allem: Hast Du den Rahmen für Dich gesteckt, stellt sich die Frage nach der Umsetzbarkeit.

 

Das Problem mit den grünen Fonds

Die Aufgabe ist klar:

Es gilt einen Fondsmanager zu finden, der Dein Geld nach Deinem Anforderungskatalog anlegt.

Das Problem:

Bei der Aufsetzung seines Fonds kannte der Fondsmanager Deinen Anforderungskatalog nicht. Er bringt bei der Verwaltung des Fondsvermögens vielmehr seine eigenen Vorstellungen und die der Fondsgesellschaft ein. Die Frage ist, ob er dabei auch Deinen Wünschen gerecht wird.

Selbst wenn Du einen Fonds ausfindig machst, dessen Anlagerichtlinien perfekt zu Deinen Wünschen passen, gestaltet sich die Praxis schwierig. Allein Unternehmen Kinderarbeit nachzuweisen, kann für den Fondsmanager eine Herausforderung darstellen. Ein Fondsmanager meinte mal sarkastisch zu mir: „Im Zweifel würfeln wir es eben aus, ob wir in ein Unternehmen investieren …“

Um Fehleinschätzungen zu vermeiden, ist massig Recherchearbeit notwendig und das kostet Geld – und alles, was Geld kostet, schmälert Deinen Ertrag. Durch die Ausklammerung von ganzen Branchen verringert sich zudem die Diversifikation und Dein Portfolio wird anfälliger für Schwankungen.

 

Lohnt sich der Aufwand?

Dass nachhaltige Geldanlage sich in der Praxis schwierig gestaltet, wissen wir. Stellt sich die Frage nach dem Nutzen. Dazu lohnt es sich darüber nachzudenken, was passiert, wenn Du Anleihen oder Aktien erwirbst …

(Alternative Investments wie Direktanlagen in Wälder klammere ich bewusst aus, da sie mit unkalkulierbaren Risiken einhergehen.)

Geld erhält ein Unternehmen an der Börse nur, wenn es neue Aktien herausgibt oder frische Anleihen emittiert. Die meisten ETFs und Assetklassenfonds, die für ein effektives Portfolio in Frage kommen, verzichten darauf, in frisch emittierte Wertpapiere zu investieren. Wird eine Aktie erworben, fließt Dein Geld nicht in das Unternehmen. Dein Geld erhält der Vorbesitzer der Aktie.

Der positive Effekt, den Du durch eine ethisch-ökologische Fondsauswahl erzielst, ist also marginal und beschränkt sich auf die Verwendung der Stimmrechte, die mit dem Erwerb von Aktien einhergehen.

 

Lieber ethisch-ökologisch Leben

Sicher, allein die Teilhabe an den Gewinnen fragwürdiger Geschäftsmodelle ist moralisch schwierig. Hier muss jeder für sich eine Entscheidung treffen.

Nüchtern betrachtet, kannst Du mit Investitionen in „grüne“ Fonds wenig erreichen. Dein Hebel liegt im Alltag. Statt Massenware kannst Du Fleisch vom Bauernhof beziehen. Noch effektiver ist es, Deinen Fleischkonsum insgesamt einzuschränken. Denn klar ist:

Unser aktueller Fleischbedarf kann nicht ausschließlich von idyllischen Bauernhöfen gedeckt werden.

Das Auto ist eine weitere Stellschraube. Alternativen sind öffentliche Verkehrsmittel, das Fahrrad und die eigenen Füße. Auch bei unserer Kleidung stellt sich die Frage, wer die eigentlich genäht hat …

Die Liste ist endlos. Darüber nachzudenken wichtig.

Klimawandel, Kinderarbeit, Krieg. Das sind keine abstrakten Begriffe. Das ist Realität. Eine Realität, die sich durch einen nachhaltigen Fonds kaum ändern lässt. Worüber Du nachdenken kannst, wenn Du etwas verändern willst, ist das Verhalten im Alltag. Dann werden sich ökologisch-ethische Geschäftsmodelle von allein durchsetzen.

Wo wir schon beim Thema sind: Bei welcher Bank hast Du eigentlich Dein Girokonto?

Dein Finanzberater
Christoph Geiler

Die 8 relevanten Anlageklassen des Kapitalmarktes im Überblick

Diversifikation ist entscheidend. Die dafür wesentlichen Anlageklassen findest du in diesem Beitrag

Der Kapitalmarkt setzt sich aus verschiedenen Anlageklassen (bzw. Assetklassen) zusammen. Eine Anlageklasse besteht aus Vermögenswerten mit ähnlichen Eigenschaften.

Wozu ist die Unterscheidung nützlich?

Die verschiedenen Assetklassen entwickeln sich unterschiedlich und können zur Diversifikation genutzt werden. So ist es denkbar, dass Anleihen steigen, während Aktien fallen und umgekehrt. Durch Kombination der Anlageklassen kannst Du das Rendite-Risiko-Profil Deines Gesamtportfolios verbessern. Das bedeutet:

Mehr Rendite je übernommener Einheit an Risiko (Sharpe-Ratio) – der heilige Gral des Investierens.

Im Folgenden findest du die 8 wesentlichen Anlageklassen des Kapitalmarktes im Überblick.

 I. Humankapital

Unter Humankapital versteht sich der Wert des für die Zukunft zu erwartenden Arbeitseinkommens. Es stellt für die meisten Privatanleger die wichtigste Anlageklasse dar (daher findet es sich auch in dieser Liste wieder, ohne direkt zum Kapitalmarkt zu gehören). Erst im Alter nimmt seine Bedeutung ab. Umso kurioser ist es, dass das eigene Humankapital bei Anlageentscheidungen oft unbeachtet bleibt.

Drei Faktoren bestimmen den Wert des Humankapitals:

  • Die Sicherheit der zu erwartenden Zahlungsströme
  • Die Höhe des Gehalts
  • Die verbleibende Arbeitszeit

An allen Punkten kannst Du arbeiten. Du kannst Dich beispielsweise weiterbilden (Höhe des Gehalts), auf Deine Gesundheit achten (verbleibende Arbeitszeit) und Dir ein zweites Standbein aufbauen (Sicherheit der zu erwartenden Zahlungsströme).

 

 

II. Aktien

Aktien verbriefen das Recht am Kapital einer Aktiengesellschaft. Das heißt, wenn Du eine Aktie erwirbst, wirst Du Miteigentümer des Unternehmens. Du haftest in Höhe Deiner Einlage. Da Deine Investition als Eigenkapital behandelt wird, wirst Du bei einer Insolvenz nachrangig ausgezahlt.

Aktien lassen sich in zahllose Unterklassen einteilen. Zum Beispiel:

  • Standartwerteaktien (Blue Chips / Large Caps)
  • Nebenwerteaktien (Small Caps)
  • Schwellenländeraktien
  • Value-Aktien

Aktien weisen langfristig die höchste zu erwartende Rendite aller Anlageklassen aus. Dementsprechend hoch ist ihr Risiko.

 

 

III. Anleihen

Bei Anleihen handelt es sich um verzinsliche Wertpapiere. Du erwirbst gegenüber dem Schuldner eine Forderung zur Rückzahlung des Kapitals zuzüglich Zinsen (auch Sonderrechte sind möglich).

Du bist Fremdkapitalgeber. Das bedeutet, Deine Ansprüche werden im Insolvenzfall vor denen der Eigenkapitalgeber (zum Beispiel Aktionäre) bedient. Das zu erwartende Risiko – und damit die Rendite – ist geringer als bei einer Aktienanlage.

Unterklassen sind beispielsweise:

  • Staatsanleihen
  • Unternehmensanleihen
  • Wandelanleihen
  • High-Yield-Anleihen (Hochzinsanleihen)

Entscheidende Risikofaktoren sind:

  • Bonität des Schuldners (hohe Bonität = niedriges Risiko)
  • Laufzeit (kurze Laufzeit = niedriges Risiko)

 

 

IV. Immobilien

Immobilien gehören zu den beliebtesten Anlageobjekten der Deutschen. Die verbreitetste Investitionsform ist die Direktanlage, beispielsweise der Kauf eines Eigenheims. Aus Diversifikationssicht birgt dies die Gefahr des Klumpenrisikos. Der Kauf der eigenen 4 Wände bringt für viele Privatanleger einen derart hohen Kapitaleinsatz mit sich, dass an eine vernünftige Streuung nicht mehr zu denken ist.

Was will ich damit sagen?

Wenn Du die Immobilie als einzig sinnvolles Investment ansiehst, solltest Du Deine Haltung überdenken.

Immobilien haben Vor- und Nachteile und vor allem:

Es gibt abseits der Direktanlage noch andere Wege, um am Immobilienmarkt teilzunehmen. Zum Beispiel über REIT-Indexfonds. Diese bestehen aus einer speziellen Form von Immobilienaktiengesellschaften, welche mindestens 90 Prozent ihres Gewinns an ihre Anleger ausschütten müssen. Der Vorteil:

Du partizipierst an unzähligen Immobilien weltweit und hast so einen positiven Diversifikationsbeitrag für Dein Portfolio. Das Klumpenrisiko ist vom Tisch.

Letztlich musst Du entscheiden, was für Dich schwerer wiegt: Das Lebensgefühl der eigenen 4 Wände oder ein gut diversifiziertes Vermögen.

Die Entscheidung kann Dir niemand abnehmen.

 

 

V. Rohstoffe

Rohstoffanlagen sind für Privatanleger häufig nur über Umwege zu realisieren. Direktinvestments abseits von Gold und Silber scheitern schon an der Lagerhaltung.

Typische Rohstoffe sind beispielsweise:

  • Gold
  • Silber
  • Öl
  • Kaffee
  • Kohle
  • Holz

Ob Rohstoffe als Beimischung zum Portfolio Sinn machen, ist umstritten. Sie werfen keine Erträge ab und weisen inflationsbereinigt keine langfristige Wertsteigerung auf. Von der Fachliteratur werden Rohstoff-Futures als vielversprechendste Anlagevariante angesehen.

Wenn Du bei dem Wort Future nur Fragezeichen aufleuchten siehst, solltest Du eher einen Bogen um Rohstoffe machen (selbst wenn Du Dich damit beschäftigst, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass am Ende der Entschluss steht, nicht in Rohstoffe zu investieren).

 

 

VI. Geldmarkt

Oft wird im Zusammenhang mit dem Geldmarkt von einer risikofreien Anlage gesprochen. Genau genommen gibt es so etwas nicht. Besser formuliert müsste es heißen:

Der Geldmarkt ist die risikoärmste Anlageklasse.

Darunter fallen zum Beispiel:

  • Tagesgeldkonten
  • Festgeldkonten
  • Geldmarktfonds

Wenn Du Geld auf Bankkonten „parkst“, solltest Du darauf achten, dass die gesetzliche Einlagensicherung greift. Möchtest Du darüber hinaus Geld möglichst sicher verwahren, eignen sich Staatsanleihen mit höchster Bonität und kurzer Laufzeit (unter 2 Jahren).

 

 

VII. Optionen / Derivate

Optionen sind für die überwältigende Mehrzahl der Privatanleger ungeeignet. Sie sind komplex, schwer zu verstehen und das mit ihnen verbundene Risiko kaum abzuschätzen. Am Ende dürfte in dieser Anlageklasse vor allem einer einen hübschen Gewinn einstreichen:

Der Emittent.

Für Firmen und andere Zielgruppen können Optionen durchaus Sinn machen. Zum Beispiel um das eigene Geschäft gegen Wechselkursschwankungen abzusichern.

 

 

VIII. Gegenstände mit Sammlerwert

Wenn Du besondere Kenntnisse mit

  • Oldtimern
  • Sammlerweinen
  • Whiskeys
  • Seltenen Turnschuhen …

oder anderen Sammlerstücken hast, findest Du hier die richtige Anlageklasse. Als problematisch darf die Illiquidität angesehen werden. Käufer für Sammlerstücke sind rar. Gerade in Krisenzeiten kann das dazu führen, dass Du keine Abnehmer findest und hohe Verluste einfährst.

Zudem stellt sich die Frage der Lagerung und Instandhaltung, was zusätzliche Kosten verursacht. Verlässliche historische Renditedaten zu Oldtimern und Co. sind schwer oder gar nicht zu finden.

 

 

Resümee: Anlageklassen im Überlick

Der Diversifikation kommt im Anlageprozess eine zentrale Rolle zu. Wissenschaftliche Studien stellen heraus, dass über 90 Prozent des Anlageerfolgs von der richtigen Streuung abhängen. Du solltest den folgenden Anlageklassen besondere Aufmerksamkeit schenken:

  • Immobilien
  • Aktien
  • Cash (Geldmarkt)
  • Anleihen
  • Humankapital

Investitionen darüber hinaus sind mit Vorsicht zu genießen.

Entscheidend ist für Deinen Anlageerfolg ist, dass Du Klumpenbildungen vermeidest.

Dein Finanzberater
Christoph Geiler

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