Unvorhergesehene Ausgaben: Wozu Dein Notgroschen wirklich da ist

Notgroschen: Für wen er wirklich da ist. Höhe und Anlage.

Der Notgroschen bildet die Basis deiner Finanzen. Wenn alles schief geht, ist er die Schutzmauer, die dir Ruhe gibt.

So trivial der Notgroschen auch ist, immer wieder kommen Fragen zu ihm auf. Welche Höhe soll er haben? Wofür ist er eigentlich da? Und wie lege ich ihn am besten an?

 

Wofür ist der Notgroschen da?

Der Notgroschen ist für unvorhergesehene Ausgaben reserviert. Unvorhergesehene Ausgaben sind, wie ihr Name schon sagt, unvorhersehbar. Der Notgroschen dient also nicht der simplen Begleichung von Autoreparaturen oder dem Austausch eines kaputten Kühlschranks. Das ein Auto ab und zu in die Werkstatt muss und nahezu jedes Elektrogerät irgendwann kaputt geht, ist naheliegend. Für derartige Ausgaben werden extra Rückstellungen gebildet.

Dein Notfallpuffer soll Dir in schwierigen Zeiten, mit denen Du vorher so nie gerechnet hättest, den Rücken freihalten.

Das Leben verläuft sprunghaft. In einem Moment läuft alles nach Plan. Du bist wunschlos glücklich. Im nächsten Moment zerplatzen Deine Vorstellungen wie eine Seifenblase.

Mir ist das gerade selbst passiert.

Nur ein paar Wochen nach unserem lange geplanten Umzug mussten wir aus diversen Gründen noch einmal umziehen. Außerplanmäßig mussten wir unter anderem eine komplett neue Küche kaufen. Vorhersehen konnte ich das beim besten Willen nicht …

Unser Notgroschen hat in diesem Moment sichergestellt, dass wir uns neben dem Stress des zweiten Umzugs nicht noch finanzielle Gedanken machen mussten.

 

Welche Höhe soll der Notgroschen haben?

Bei der Höhe des Notgroschen liest man oft von drei Nettogehältern oder drei Monatsausgaben. Von solchen pauschalen Empfehlungen halte ich wenig.

Ein Single ohne Kinder benötigt meistens eine kleinere Notfallreserve als eine Familie mit Kindern. Als Selbständiger mit Frau und Kind strebe ich zum Beispiel eine Barreserve an, die einmal unsere Jahresausgaben deckt. Wenn ich nur für mich allein die Verantwortung übernehmen müsste, würde ich einen deutlich geringeren Betrag ansetzen. Wobei ich die oben angesprochene pauschale Empfehlung von 3 Monatsausgaben als absolute Untergrenze sehe.

 

Wie lege ich meinen Notgroschen am besten an?

Wenn der Notgroschen großzügig bemessen wird, kann schnell eine fünfstellige Summe zusammenkommen. Oft wird mir dann die Frage gestellt: Wie lege ich das Geld am besten an?

Die Antwort ist simpel: So, dass Du jeden Tag darüber verfügen kannst und das Geld keinen Schwankungen unterworfen ist.

Lösungen sind das Giro- und Tagesgeldkonto. Wenn Du Dich alternativ für Bargeld entscheidest, solltest Du sicherstellten, dass das Geld keine Beine bekommt.

Es ist völlig in Ordnung, wenn der Notgroschen keinen Ertrag abwirft und der Inflation ausgesetzt ist. Im Gesamtvermögensmix kann er trotzdem ertragssteigernd berücksichtigt werden. Bedeutet, dass Du bei Deinen anderen Investitionen ein etwas höheres Risiko eingehen kannst, wenn Du weißt, dass Du im Ernstfall auf Deinen Notgroschen zurückgreifen kannst.

 

Resümee: Notgroschen – Ruhepol in stürmischen Gewässern

Der Notfallpuffer ist Deine Versicherung für schwierige Zeiten, nicht mehr und nicht weniger. Wenn Du ihn großzügig auslegst, hast Du zumindest auf der finanziellen Ebene Ruhe, wenn es in allen anderen Bereichen einmal drunter und drüber geht.

Was die Verwahrung Deines Notfallpuffers angeht, bieten sich Girokonto, Tagesgeld und Bargeld an. Entscheidend ist, dass Du im Ernstfall jederzeit auf ihn zugreifen kannst.

Dein Finanzberater
Christoph Geiler

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Medienlärm ausblenden: Wie Du zu einem erfolgreichen Anleger wirst

Medienlärm ausblenden und erfolgreich anlegen

Ein vergleichsweise ruhiges Börsenjahr neigt sich seinem Ende zu. Jedes einzelne Mandantenportfolio schließt dieses Jahr mit einem soliden Plus ab. Die Höhe des Gewinns richtet sich nach dem gewählten Risikoprofil und bei jüngeren Portfolios spielt zudem der Einstiegszeitpunkt eine Rolle.

Dieser Artikel hilft dir dabei, die positive Anlageerfahrung langfristig aufrechtzuerhalten.

 

Wie Du zu einem erfolgreichen Anleger wirst

Dass das Börsenjahr 2017 ohne größere Kurssprünge verlaufen würde (sowohl nach oben als auch nach unten), wusste Ende 2016 noch niemand. Immer wieder wurde im Jahresverlauf vor deutlichen Kursrückgängen gewarnt. Gleichwohl gab es auch einige, die auf das weitere Potential der Aktienmärkte hinwiesen …

Es ist jedes Jahr das gleiche Spiel. Für den Anleger stellt sich die Frage:

Wer hat recht und welche Handlungen soll ich aus den Empfehlungen sogenannter „Börsenexperten“ ableiten?

Die Antwort ist verblüffend einfach:

Ruhig bleiben und nichts machen.

Langfristig erfolgreich sind Anleger, die den Medienlärm ausblenden und ihrer Anlagestrategie treu bleiben. Wenn Du aufgrund von Hoffnungen und Ängsten Dein Portfolio häufig umschichtest, verursachst Du Transaktionskosten und realisierst steuerwirksame Gewinne. Beides wirkt sich negativ auf die Renditen aus.

Die wissenschaftliche Forschung zeigt eindeutig, dass Prognosen keinerlei Wert besitzen. Selbst Fondsmanager schaffen es nicht, zuverlässig eine Mehrrendite gegenüber der Marktrendite zu erwirtschaften. Deutlich wird das beispielsweise daran, dass in den letzten 15 Jahren nur 17% aller US-amerikanischen Aktienfonds und 18% aller Anleihefonds überlebt und ihre Benchmark übertroffen haben.

Die meisten Investmentfonds schneiden schlechter ab als ihre Vergleichindizes
Quelle: Mutual Fund Landscape 2017, Dimensional Fund Advisors

In der nächsten Abbildung wird das Dilemma noch deutlicher. Denn wer jetzt glaubt, er könnte einfach die wenigen „Gewinnerfonds“ auswählen und alles wird gut, könnte eine Überraschung erleben …

Wenige Investmentfonds, die in der Vergangenheit zu den Gewinnern zählten, schafften dies auch in der Zukunft – und selbst wenn, geschah dies rein zufällig. In Zahlen:

Nur 23 Prozent der Aktienfonds und 27 Prozent der Anleihefonds, die in den letzten 5 Jahren zu den 25 Prozent der renditestärksten Fonds gehörten, konnten diese Position im Folgejahr halten.

Investmentfonds schaffen es nicht zuverlässig, den Markt zu schlagen.
Quelle: Mutual Fund Landscape 2017, Dimensional Fund Advisors

Die Ursache für das schlechte Abschneiden der Börsenprofis ist die Effizienz der Märkte beim Einpreisen von Informationen. Werden Neuigkeiten bekannt, spiegeln diese sich innerhalb von Sekunden in den Wertpapierkursen wider.

In der Folge haben wir faire Preis, die die bestmögliche Schätzung des tatsächlichen Wertes eines Wertpapiers darstellen. Jede andere Schätzung ist schlechter.

 

Anleger sollten sich auf das Wesentliche konzentrieren

Anleger sollten sich daher auf das konzentrieren, was sie beeinflussen können:

  • Erstellung eines Finanzplans, der zu den eigenen Bedürfnissen passt
  • Ausrichtung des Portfolios anhand des persönlichen Risikoprofils
  • Einnahmen, Ausgaben und Steuern im Auge behalten
  • Global diversifizieren
  • Diszipliniert bleiben, trotz Medienlärm und Marktschwankungen
  • Berücksichtigung von Marktsegmenten mit höher erwarteten Renditen (z.B. Value und Small-Cap)
  • Anlagekosten geringhalten

Wenn Du diese Punkte berücksichtigst, wirst Du auch in Zukunft eine positive Investmenterfahrung erleben. In diesem Sinne:

Frohe Weihnachten und vielen Dank für Dein Vertrauen

Deine Finanzberatung Christoph Geiler

Warum Anlageentscheidungen nur im Kontext des Gesamtvermögens Sinn machen

Anlageentscheidung im Gesamtkontext

In diesem Beitrag lege ich dar, warum es für eine gute Anlageentscheidung die Betrachtung aller Vermögensbestandteile braucht.

Eine Fußballmannschaft besteht aus:

  • Torwart
  • Verteidigern
  • Mittelfeldspielern
  • Stürmern

Während der Torwart Gegentore verhindern soll, haben die Stürmer die Aufgabe, Tore zu erzielen. Verteidiger und Mittelfeldspieler wirken dabei unterstützend. So trägt jeder Spieler einen Teil zum Mannschaftserfolg bei. Hat jemand einen schlechten Tag, kann dies oft von den Teamkameraden ausgeglichen werden.

Ähnlich verhält es sich bei einem Anlageportfolio. Es gibt defensive und offensive Bestandteile, die sich gegenseitig unterstützen und gemeinsam für den langfristigen Anlageerfolg sorgen. Eine Vermögensstruktur kann sich beispielsweise aus folgenden Punkten zusammensetzen:

  • Humankapital / Wert der eigenen Arbeitskraft
  • Ansprüche gegenüber der gesetzlichen Rentenversicherung
  • Aktien
  • Anleihen
  • Selbstgenutzte Immobilie
  • Ansprüche gegenüber privaten Versicherungen

Dabei nimmt der Wert der Arbeitskraft in jungen Jahren einen hohen Stellenwert ein. Dafür sind andere Vermögenswerte unterrepräsentiert.

In der Folge verfügen junge Menschen über eine höhere Risikotragfähigkeit als ältere hinsichtlich ihres Kapitalvermögens, da der Wert des Kapitalvermögens im Vergleich zur Arbeitskraft gering ist. Verluste an den Kapitalmärkten können schlicht „herausgearbeitet“ werden.

Mit zunehmenden Alter gewinnen andere Vermögenswerte an Gewicht. Verpasst man es, diesem Punkt bei der Vermögensplanung Rechnung zu tragen, kann das schmerzhafte Folgen haben.

 

Die Anlageentscheidung im Gesamtkontext

Beispielsweise sollte das eigene Portfolio vor dem nahenden Ruhestand auf seine Angemessenheit geprüft werden. Und „nahend“ meint hier – idealerweise – mindestens 10 Jahre vor Rentenbeginn.

Spätestens jetzt wird deutlich, warum für eine Anlageentscheidung alle Vermögensbestandteile berücksichtigt werden sollten:

Ist der Ruhestand beispielsweise allein aus Ansprüchen gegenüber der Gesetzlichen Rentenversicherung und privaten Versicherern finanzierbar, kann in anderen Vermögensbestandteilen – wenn man denn möchte – ein hohes Risiko eingegangen. Verluste an Aktien- und Anleihemärkten sind dann schlicht nicht existenzbedrohend.

Wenn das Aktien-, Anleihe-, und Immobilienvermögen jedoch zwingend zur Finanzierung der Rente benötigt wird, sollte die Risikoausrichtung dementsprechend angepasst werden.

Wieder gibt es Parallelen zur Fußballmannschaft:

Verpasst es das Management eine ausgeglichene Mannschaft auf die Beine zu stellen, die im Einklang mit der Spielphilosophie und den Zielen steht, ist eine enttäuschende Saison vorprogrammiert. Der beste Stürmer der Welt bringt einer Mannschaft keinen Erfolg, wenn man jedes Spiel 5 Tore kassiert.

 

Resümee

Um gute Anlageentscheidungen treffen zu können, ist die Betrachtung der Gesamtsituation erforderlich:

  • Was soll erreicht werden?
  • Wie stellt sich die familiäre Situation dar?
  • Wie lang ist mein Anlagehorizont?
  • Welche Anlagen sind bereits vorhanden …

Sind nur einige Fragen, die es zu beantworten gilt. Darüber hinaus finden in einem ausgewogenen Portfolio immer auch die persönlichen Empfindungen eines Anlegers Berücksichtigung. Das Ergebnis ist ein Portfolio mit dem Du Dich wohlfühlst und das geeignet ist, Deine Ziele zu erreichen.

Deine Finanzberatung  Christoph Geiler

Autor: Christoph Geiler

Wechselkursschwankungen und ihre Auswirkungen auf ein Weltportfolio

Wechselkurschwankungen haben kurzfristig starke Auswirkungen auf ein Portfolio. Die langfristigen Folgen sind allerdings gering.

Wenn Du auf ein weltweit diversifiziertes Portfolio setzt, wurdest Du in den letzten Monaten vermutlich mit leicht rückläufigen Kursen konfrontiert. Eine einfache Erklärung dafür wäre eine schwache Entwicklung der Aktienmärkte. Das stimmt allerdings nur mit Blick auf unsere heimischen Aktiengesellschaften. Richtest Du Deinen Blick über den großen Teich und in die Schwellenländer, stellst Du fest, dass sich die Renditen der vergangenen Monate sehen lassen können.

Die schwachen Renditen in unseren Depots haben eine andere Ursache …

 

 

Die negativen Auswirkungen der Euroaufwertung auf ein Weltportfolio

Im MSCI World Index sind über 1600 große börsennotierte Unternehmen aus 23 Industrieländern vertreten. Er ist damit ein guter Indikator für die Wertentwicklung der Aktienmärkte der Industrienationen.

Produkte wie der iShares Core MSCI World UCITS ETF – USD Acc, die dem MSCI World Index folgen, konnten in den letzten zwölf Monaten ein ordentliches Plus erwirtschaften, wie aus dem folgenden 1-Jahres-Chart hervorgeht:

Wertentwicklung: iShares Core MSCI World ETF USD - Stand: 20.09.2017

Schauen wir auf die letzten 3 Monate, können wir immer noch ein Plus von 3,91 Prozent verbuchen.

Richten wir unseren Blick auf den Amundi ETF MSCI World UCITS ETF – EUR Acc, der ebenfalls dem MSCI World Index folgt, wandelt sich das Bild:

Wertentwicklung: Amundi MSCI World ETF - EUR Acc

Schauen wir uns wieder die letzten drei Monate an, musste der ETF von Amundi im Gegensatz zu seinem Schwesterprodukt von iShares ein Minus von 2,68 Prozent verbuchen. Das ist ein Unterschied von gut 6,5 Prozent. Auf Jahressicht haben wir zwar ebenfalls grüne Zahlen, aber der Unterschied zwischen den beiden Produkten bleibt bestehen …

Auschlaggebend ist nicht etwa ein schlechtes Fondsmanagement, sondern schlicht die Währung. Der Amundi ETF ist in Euro aufgelegt und der iShares ETF in US-Dollar.

Der Euro hat in den letzten Monaten deutlich gegenüber dem Dollar aufgewertet, wie folgender Chart verdeutlicht:

An der rechten Achse kannst Du ablesen, wie viel US-Dollar Du im Zeitverlauf für einen Euro bekommen hast. Schauen wir uns hier wieder die letzten 3 Monate an, sehen wir ein Plus von 7,29 Prozent. Das Plus entspricht in etwa der unterschiedlichen Wertentwicklung der beiden ETFs.

In Dollar gehandelte Aktien im Allgemeinen und US-amerikanische Werte im Speziellen haben ein großes Gewicht in einem ausgewogenen „Weltportfolio“. Damit ist klar, dass global agierende Anleger, die im Euroraum ansässig sind, bei einer Euroaufwertung gegenüber dem Dollar einen schweren Stand haben.

Die aktuell schwachen Renditen in unseren Portfolios sind damit erklärt, doch welche Schlüsse können wir daraus ziehen? Auf drei Erkenntnisse möchte ich näher eingehen:

 

I. Ein Weltportfolio arbeitet wie ein Uhrwerk

Die Kursrückgänge der letzten Monate sind ein Sturm im Wasserglas und sollten nicht dazu führen, ein global diversifiziertes Portfolio in Frage zu stellen oder nach einer Währungskursabsicherung zu rufen.

Vielmehr ist aktuell zu beobachten, wie gut ein durchdachtes Weltportfolio arbeitet.

So hat der Amundi ETF MSCI Emerging Markets UCITS ETF EUR in den letzten 3 Monaten knapp 5 Prozent gewonnen und die Verluste im Gesamtportfolio abgefedert:

Wertentwicklung und die Auswirkung auf Wechselkursschwankungen: Amundi ETF MSCI Emerging Markets UCITS ETF - EUR Acc

Kurzlaufende Anleihen hoher Bonität (falls vorhanden) haben das Portfolio weiter stabilisiert. Die zweite Erkenntnis ist:

 

II. Wechselkursabsicherungen im risikobehafteten Portfolioanteil machen keinen Sinn

Eine Währungsabsicherung macht im risikobehafteten Portfolioanteil keinen Sinn. Die Devisenmärkte sind die effizientesten überhaupt und die Wechselkurse unter Berücksichtigung der Inflation langfristig überraschend konstant. Die erwartete Rendite aus Währungskursänderungen ist Null (>>Kaufkraftparitätentheorie<<).

Die Kosten von Wechselkursabsicherungen hingegen sind größer als Null und schmälern die Rendite. Hinzu kommt, dass Wechselkurse sich mal in die eine und dann wieder in die andere Richtung bewegen. In einem Jahr profitieren wir und in einem anderen eben nicht. Das wird deutlich, wenn wir uns die Euro-Dollar-Entwicklung der letzten 5 Jahre anschauen. In diesem Zeitraum hat der Euro gegenüber dem Dollar 8,15 Prozent verloren. In diesem Kontext ist die derzeitige Euroaufwertung schlicht eine normale Korrektur …

Langfristige Anleger sollten solchen Schwankungen mit stoischer Gelassenheit entgegentreten. Je nach Marktphase können Wechselkursschwankungen sogar einen positiven Diversifikationseffekt haben.

Die dritte Erkenntnis ist:

 

III. Es ist egal, in welcher Währung ein Fonds aufgelegt ist

Bei oberflächlicher Betrachtung könnten wir vermuten, dass es eine gute Idee gewesen wäre, einen in Dollar aufgelegten ETF zu kaufen. Der Eindruck täuscht. Ein in Dollar laufender ETF hätte im Depot zwar schöner ausgesehen, die Verluste hätten wir bei einem Verkauf trotzdem gehabt …

Denn bei einem Verkauf wären unsere in Dollar laufenden Anteile in Euro umgerechnet worden. Es ist also völlig egal, in welcher Währung wir einen Fonds oder ETF kaufen, dass Ergebnis ist dasselbe.

 

Resümee

Die letzten Monate zeigen, wie hervorragend die Bestandteile eines global diversifizierten Portfolios ineinandergreifen.

Die relative Stärke des Euros gegenüber dem Dollar wurde von den positiven Renditen der globalen Aktienmärkte und von den anderen vertretenen Währungen im Portfolio abgefedert. Risikoarme Anleihen haben ihr Übriges getan, um die Schwankungen abzufedern.

 

Autor:

Christoph Geiler
Versicherungsberater & Honorar-Finanzanlagenberater

 

Disclaimer:

Der Text stellt keine Kaufempfehlung für die angesprochenen Produkte dar. Ich habe sie nur zu Veranschaulichungszwecken genutzt und bin auch nicht selber in die Investmentvehikel investiert.

Nachhaltig Geld anlegen – geht das?

Schafe in den Hügeln Irlands als Zeichen einer nachhaltigen Geldanlage

Ethisch-ökologische Geldanlage ist vermehrt Thema in Beratungsgesprächen. Dahinter steckt die Sorge, dass das investierte Geld in Unternehmen fließt, die Kinderarbeit, Krieg und Klimawandel vorantreiben.

Höchste Zeit also, dass wir uns in diesem Artikel anschauen, warum nachhaltige Geldanlage so schwierig ist.

 

Was ist überhaupt nachhaltige Geldanlage?

Bevor Du Geld nach ethisch-ökologischen Kriterien anlegst, musst Du den Rahmen abstecken. Bereits hier gehen die Vorstellungen auseinander …

Für den einen bedeutet nachhaltige Geldanlage, Kohle und Kernenergie von der Liste in Frage kommender Unternehmen zu streichen. Der andere geht einen Schritt weiter und möchte herkömmliche Automobilhersteller meiden. Einigkeit besteht meist bei der Frage nach Kinderarbeit.

Weitere Felder tun sich auf:

  • Was ist mit Massentierhaltung?
  • Was ist mit Krieg?
  • Was ist mir der kommerziellen Nutzung von Wasser?
  • Was ist mit Gewerben, die Holz verarbeiten?

Holz? Regenwaldabholzung. Da war ja was …

Regenwaldhölzer werden beispielsweise in Musikinstrumenten und im großen Stil in der Zellstoffindustrie zur Papierherstellung verwendet. Auch das Baugewerbe greift nur zu gerne zu.

Was ist also nachhaltige Geldanlage? Diese Frage beantwortet jeder anders. Und vor allem: Hast Du den Rahmen für Dich gesteckt, stellt sich die Frage nach der Umsetzbarkeit.

 

Das Problem mit den grünen Fonds

Die Aufgabe ist klar:

Es gilt einen Fondsmanager zu finden, der Dein Geld nach Deinem Anforderungskatalog anlegt.

Das Problem:

Bei der Aufsetzung seines Fonds kannte der Fondsmanager Deinen Anforderungskatalog nicht. Er bringt bei der Verwaltung des Fondsvermögens vielmehr seine eigenen Vorstellungen und die der Fondsgesellschaft ein. Die Frage ist, ob er dabei auch Deinen Wünschen gerecht wird.

Selbst wenn Du einen Fonds ausfindig machst, dessen Anlagerichtlinien perfekt zu Deinen Wünschen passen, gestaltet sich die Praxis schwierig. Allein Unternehmen Kinderarbeit nachzuweisen, kann für den Fondsmanager eine Herausforderung darstellen. Ein Fondsmanager meinte mal sarkastisch zu mir: „Im Zweifel würfeln wir es eben aus, ob wir in ein Unternehmen investieren …“

Um Fehleinschätzungen zu vermeiden, ist massig Recherchearbeit notwendig und das kostet Geld – und alles, was Geld kostet, schmälert Deinen Ertrag. Durch die Ausklammerung von ganzen Branchen verringert sich zudem die Diversifikation und Dein Portfolio wird anfälliger für Schwankungen.

 

Lohnt sich der Aufwand?

Dass nachhaltige Geldanlage sich in der Praxis schwierig gestaltet, wissen wir. Stellt sich die Frage nach dem Nutzen. Dazu lohnt es sich darüber nachzudenken, was passiert, wenn Du Anleihen oder Aktien erwirbst …

(Alternative Investments wie Direktanlagen in Wälder klammere ich bewusst aus, da sie mit unkalkulierbaren Risiken einhergehen.)

Geld erhält ein Unternehmen an der Börse nur, wenn es neue Aktien herausgibt oder frische Anleihen emittiert. Die meisten ETFs und Assetklassenfonds, die für ein effektives Portfolio in Frage kommen, verzichten darauf, in frisch emittierte Wertpapiere zu investieren. Wird eine Aktie erworben, fließt Dein Geld nicht in das Unternehmen. Dein Geld erhält der Vorbesitzer der Aktie.

Der positive Effekt, den Du durch eine ethisch-ökologische Fondsauswahl erzielst, ist also marginal und beschränkt sich auf die Verwendung der Stimmrechte, die mit dem Erwerb von Aktien einhergehen.

 

Lieber ethisch-ökologisch Leben

Sicher, allein die Teilhabe an den Gewinnen fragwürdiger Geschäftsmodelle ist moralisch schwierig. Hier muss jeder für sich eine Entscheidung treffen.

Nüchtern betrachtet, kannst Du mit Investitionen in „grüne“ Fonds wenig erreichen. Dein Hebel liegt im Alltag. Statt Massenware kannst Du Fleisch vom Bauernhof beziehen. Noch effektiver ist es, Deinen Fleischkonsum insgesamt einzuschränken. Denn klar ist:

Unser aktueller Fleischbedarf kann nicht ausschließlich von idyllischen Bauernhöfen gedeckt werden.

Das Auto ist eine weitere Stellschraube. Alternativen sind öffentliche Verkehrsmittel, das Fahrrad und die eigenen Füße. Auch bei unserer Kleidung stellt sich die Frage, wer die eigentlich genäht hat …

Die Liste ist endlos. Darüber nachzudenken wichtig.

Klimawandel, Kinderarbeit, Krieg. Das sind keine abstrakten Begriffe. Das ist Realität. Eine Realität, die sich durch einen nachhaltigen Fonds kaum ändern lässt. Worüber Du nachdenken kannst, wenn Du etwas verändern willst, ist das Verhalten im Alltag. Dann werden sich ökologisch-ethische Geschäftsmodelle von allein durchsetzen.

Wo wir schon beim Thema sind: Bei welcher Bank hast Du eigentlich Dein Girokonto?

Dein Finanzberater
Christoph Geiler

Niedrige Zinsen: Warum Du mit ordentlich Dampf auf dem Kessel sparen solltest

Mit Volldampf durch Zeiten niedriger Zinsen: Wütendem Mann kommt Qualm aus den Ohren

Dass wir Deutschen in Geldfragen zu Sicherheit neigen, ist hinlänglich bekannt. Nicht umsonst stehen nach wie vor Anlageformen wie Kapitallebensversicherungen, Sparbücher und Bausparverträge hoch im Kurs.

In Zahlen:

  • 44 Prozent der Deutschen besitzen ein Sparbuch
  • 34 Prozent besitzen eine Lebensversicherung oder private Rentenversicherung
  • 31 Prozent besitzen einen Bausparvertrag
  • 18 Prozent besitzen Festgeld bzw. Termingeld

Quelle: Statista

Das Problem:

Eben jene Anlageformen werden durch die Niedrigzinspolitik der Zentralbanken scheinbar immer unattraktiver. Der Garantiezins in der Lebensversicherung beträgt aktuell magere 1,25 Prozent. 2017 soll er auf 0,9 Prozent sinken.

Garantiert wird die Verzinsung auf die Sparbeiträge. Die Sparbeiträge sind das, was von Deiner Prämie nach Abzug aller Kosten übrig bleibt.

Die Zinsen der Sparbücher liegen ohnehin am Boden. Das bedeutet, dass es kaum einen Unterschied macht, ob Du Dein Geld unters Kopfkissen packst, oder zur Bank respektive Versicherung bringst.

 

Sicherheit neu denken

Die Garantieverzinsung in den Beständen der Lebensversicherer liegt im Durchschnitt bei etwa 3 Prozent. Dabei sind sie gesetzlich verpflichtet, einen Großteil ihrer Anlagen in „sichere“ Staatsanleihen zu tätigen. Selbst bei positivster Auslegung sind damit nur noch rund 1 Prozent Zinsen pro Jahr zu erwirtschaften. Um zu erkennen, dass zwischen 3 Prozent und 1 Prozent eine erhebliche Lücke klafft, bedarf es keiner besonderen Fähigkeiten.

Die Lebensversicherer haben ein Problem. Die garantierte Verzinsung über alle Bestände hinweg, übersteigt die am Markt zu erwirtschaftenden Zinsen bei weitem.

Was bedeutet also Sicherheit? Ist es sicher, sein Geld Geschäftsmodellen anzuvertrauen, deren Tragfähigkeit fragwürdig erscheint? Oder ist es sicherer, sein Geld in Produktivkapital zu investieren, über das man jederzeit verfügen kann? Fragen, über die es lohnt, nachzudenken.

 

Was ist die Konsequenz?

Sparanlagen verzinsen sich nicht mehr. Soweit so gut, aber was ist die Schlussfolgerung?

Drei mögliche Wege gibt es:

1. Du reduzierst Deine Sparbemühungen
2. Du erhöhst Deine Sparbemühungen
3. Du denkst über Alternativen nach

Weg 1 bedeutet Resignation. Er garantiert Dir, dass Du keinen Erfolg bei Deinem Vermögensaufbau haben wirst und macht Dich spätestens im Alter abhängig vom Sozialstaat.

Und Weg 2? Wenn Du einfach mehr sparst, vergibst Du eine riesige Chance. Die Chance, Dein bisheriges Anlageverhalten von Grund auf zu überdenken – aber zumindest gibt er Dir die Möglichkeit, allen Widrigkeiten zum Trotz erfolgreich Vermögen aufzubauen.

Weg 3 – über Alternativen nachzudenken – ist der attraktivste.  Sparbücher, Lebensversicherungen und Bausparverträge waren noch nie geeignet, um sinnvoll Geld anzulegen.

Bisher haben wir nur über nominelle Zinsen gesprochen. Uns interessieren aber die Realzinsen – also das, was nach Abzug der Inflation übrigbleibt. Das Zinsniveau orientiert sich seit jeher zu einem Großteil an der Inflationsrate. Es gilt:

  • Hohe Inflation = hohe Zinsen
  • Niedrige Inflation = niedrige Zinsen

Bei einer Inflationsrate von aktuell nahe Null ist es kaum verwunderlich, dass sich auch die Zinsen in diesem Bereich bewegen. Was in der Tat außergewöhnlich ist, sind Negativzinsen, welche es derzeit auf einige Staatsanleihen gibt.

Ein Sparbuch, das bei einer Inflationsrate von 0 Prozent 0 Prozent Zinsen verspricht, ist ebenso (un)attraktiv, wie ein Sparbuch, das bei 3 Prozent Inflation 3 Prozent Zinsen verspricht.

 

Die Alternativen

Ohne Produktivkapital ist effektive Vermögensbildung nicht möglich.

Wohlstand entsteht, weil Menschen Tag für Tag arbeiten gehen und Mehrwert schaffen. Rohstoffe werden dem Boden abgetrotzt und weiterverarbeitet. Aus einfachem Eisen entstehen Werkzeuge. Mit Werkzeugen werden Autos und Häuser gebaut oder Nahrung angebaut und geerntet. An all diesen Wertschöpfungsketten kannst Du über Aktien teilhaben.

Investiere dabei nicht Dein gesamtes Kapital in Aktien. Ruhiger Schlaf ist wichtiger, als maximale Rendite. Anleihen, Festgeld, Tagesgeld und Bargeld können als Risikopuffer dienen. Immobilien gestalten Deinen Vermögensmix noch robuster, wenn Du dabei einige Stolpersteine beachtest.

 

 

Versicherungen meist nur zweite Wahl

Du kannst auch innerhalb eines Versicherungsmantels in Aktien und Immobilien investieren. Basis-Rente, Riester-Rente und betriebliche Altersvorsorge locken mit Steuervorteilen. Hier ist Vorsicht geboten, wie ich in meinem Artikel Wie Dich die Beitragsgarantie in Riester und Co. finanziell ruiniert gezeigt habe. Vermeintliche Steuervorteile können blind für die Nachteile eines Produktes machen.

Als Faustregel kann man sagen:

Ein Vertrag sollte sich auch ohne Steuervorteile einigermaßen lohnen.

Resümee

Du hast verschiedene Möglichkeiten, auf die Niedrigzinsphase zu reagieren. Die schlechteste ist, den Kopf in den Sand zu stecken. Besser ist, Du nimmst die widrigen Umstände zum Anlass, Deine Anlagestrategie von Grund auf zu überdenken.

Produktivkapital wie Aktien und Immobilien sind seit jeher attraktiver als Lebensversicherungen und Bausparverträge. Wenn Du dann noch darauf achtest, Dich auf einem Risikoniveau zu bewegen, welches Dich ruhig schlafen lässt, hast Du den Grundstein für einen erfolgreichen Vermögensaufbau gelegt.

Dein Finanzberater
Christoph Geiler

Bildquelle: © rangizzz – fotolia

Rational beim Immobilienkauf?

Gefühle beim Immobilienkauf: Eine Schaukel - auf der linken Seite ist eine Geldberg und auf der anderen ein Haus

In Deutschland gilt die Immobilie gemeinhin als die ideale Altersvorsorge. Sie ist der Fels in der Brandung, wo alle anderen Küstenabschnitte bereits überschwemmt sind – oder um es ein bisschen weniger poetisch auszudrücken:

Die Immobilie vereint Sicherheit und Ertrag in Perfektion.

Das könnte man zumindest meinen, wenn man von dem einen oder anderem Stammtisch nach Hause kommt …

 

Die Realität ist deutlich differenzierter. Eine Immobilie kann ein gutes Investment sein, muss es aber nicht. Vor allem eines wichtig:

Lass Dich nicht von Deinen Gefühlen überwältigen.

Im Gegensatz zu vielen anderen Geldanlagen kannst Du Immobilien anfassen. Du projizierst Hoffnungen und Ängste in Dein zukünftiges zu Hause. Gerade bei den eigenen vier Wänden passiert es schnell, dass jeder kaufmännische Gedanke zusammen mit der Garderobe an der Eingangstür abgelegt wird.

Du stellst Dir vor, wie Deine Kinder den Flur entlang rennen und Du und Deine Freunde einen schönen Grillabend im Garten verbringen. Weniger Gedanken verschwendest Du an Arbeiten, um das Grundstück in Schuss zu halten, die gestiegenen Fahrtkosten, weil das Haus etwas außerhalb liegt und die Hypothek, die Dich die nächsten Jahrzehnte begleitet.

Hier gibt es nur einen Rat: Gefühle ausschalten und Bleistift ansetzen.

Wenn der Eigentümer merkt, dass Du um jeden Preis kaufen möchtest, wirst Du diesen Preis auch zahlen müssen. Bei wenigen Investments ist rationales Handeln so wichtig wie bei Immobilien. Sie bilden ein einzigartiges Klumpenrisiko. Geht etwas schief, steht oft das gesamte finanzielle Fundament vor dem Einsturz. Das gilt es, unter allen Umständen zu vermeiden.

Dafür musst Du vor allem eines können: Nein sagen.

Du musst Dein Traumhaus links liegen lassen, wenn es zu teuer ist. Nichts ist schlimmer als nachts wach zu liegen, weil die Hypothek Dich bis in Deine Träume verfolgt.

Stell Dir die Frage: Wie viel Haus kann und will ich mir leisten? bevor Du Dich auf die Suche machst und streiche alle Objekte, die den Rahmen sprengen.

Lass in die Wirtschaftlichkeitsrechnung einer Immobilie immer alle Kosten einfließen. Zum Beispiel:

  • Höhere Fahrtkosten, wenn das Objekt etwas außerhalb liegt
  • Instandhaltungskosten
  • Versicherungskosten
  • Hausgeld
  • Kaufnebenkosten

Und vor allem anderen: Schau, ob Du Dir die Finanzierung nach Ende der Zinsbindungsfrist noch leisten kannst, sollten die Zinsen deutlich anziehen. So schaffst Du Dir eine solide Entscheidungsbasis. An dieser Stelle möchte ich Dir meinen Artikel:

Tilgungs-Pradoxon: Wie der Niedrigzins Baufinanzierungen ins Wanken bringt ans Herz legen. Darin gehe ich auf die Besonderheiten ein, die die aktuelle Niedrigzinsphase mit sich bringt.

 

 

Alternativen prüfen

Neben dem Klumpenrisiko, das einzelne Immobilien mit sich bringen, haben sie einen weiteren Nachteil:

Sie sind illiquide.

Wenn Du Deine Immobilie (aus welchem Grund auch immer) zu einem fairen Preis verkaufen möchtest, kann das ein Jahr und mehr in Anspruch nehmen.

Wenn Du diese beiden Nachteile vermeiden willst und Dich auch mit einem Leben als Mieter anfreunden kannst, gibt es Alternativen. Sogenannte REIT-Indexfonds bieten die Möglichkeit, breit gestreut in den Immobilienmarkt zu investieren.

REITs sind Immobilienaktiengesellschaften, welche dazu verpflichtet sind, 90 Prozent ihres Jahresgewinns an ihre Aktionäre auszuschütten. Halten sich REITs an verschiedene Regeln, sind die Gewinne auf Unternehmensebene steuerfrei.

Mit einem REIT-Indexfond investierst Du in viele verschiedene dieser Immobilienaktiengesellschaften. Diese Form des Investments

  • ist kostengünstig
  • beinhaltet kein Klumpenrisiko
  • kann börsentäglich veräußert werden
  • erfordert geringen Verwaltungsaufwand

 

Fazit

Selbstbewohnte Immobilien sind immer beides:

  • Luxusgut

Und

  • Investment

Die Kunst ist es, beides bestmöglich unter einen Hut zu bringen. Dafür gilt es genau nachzurechnen und Risiken abzuwägen. So können Stolpersteine auf dem Weg zu den eigenen Wänden frühzeitig aus dem Weg geräumt werden. Das Wichtigste dabei ist, Gefühle möglichst auszublenden.

Für alle, die sich auch mit einem Leben als Mieter anfreunden können, sind REIT-Indexfonds einen Blick wert.

Dein Finanzberater
Christoph Geiler

Bildquelle: © pogonici – fotolia

Warum die Vermeidung von Kosten höchste Priorität hat

Kosten sind bei der Geldanlage ein entscheidender Faktor. Die Figur hingegen verbrennt Geld.

Wir leben in einer ungewissen Welt. Das bedeutet, was die Zukunft bringt, wissen wir in der Regel nicht – so auch in der Geldanlage. Wir können nicht sagen, ob wir tatsächlich positive Renditen einfahren, oder gar wie hoch sie sind.

Was allerdings feststeht, sind die Kosten. Gebühren schlagen eins zu eins auf unsere Erträge durch. Heißt:

Je höher die Kosten, desto niedriger die erwarteten Renditen.

Und:

Je niedriger die Kosten, desto höher die erwarteten Renditen.

Die Vermeidung von unnötigen Kosten muss für den Anleger daher höchste Priorität haben. Leider bleibt das in der Praxis oft ein frommer Wunsch. Versicherungen, Banken, Fondsgesellschaften und Vermittler verdienen umso mehr, je mehr Kosten du stemmen musst.

Diesen Sachverhalt greife ich in der folgenden Präsentation auf. Du erfährst:

• Wie Geldanlage in der Regel gehandhabt wird und welche Kosten dabei auf Dich zukommen
• Wie Geldanlage im Idealfall abläuft
• Warum Du Dir mit einer Versicherung ein zusätzliches Risiko ins Boot holst
• Warum Renten das Langlebigkeitsrisiko nicht optimal abdecken
• Welche Probleme es bei der Vererbbarkeit gibt
• Welche Interessenkonflikte bei einer Beratung auftreten können und wie Du sie vermeidest

Deine Finanzberatung Christoph Geiler

Unser Fazit zur Konferenz: Die Wissenschaft des Investierens

Seit einigen Woche absolviert Kenny Metzler ein Praktikum bei mir. Kenny studiert an der Universität Leipzig Wirtschaftswissenschaft und steht kurz vor seinem Abschluss. Gemeinsam waren wir letzte Woche in Düsseldorf auf der Konferenz: Die Wissenschaft des Investierens.

In diesem Video ziehen wir unser Fazit. Du erfährst, warum ein großer Teil der Finanzbranche im falschen Geschäftsmodell festhängt.

Außerdem:

  • Warum uns so schnell keiner mehr in einen Bus bekommt
  • Die Erkenntnisse aus Kennys Bachelorarbeit: Sind gehebelte ETFs sinnvoll für Privatanleger?
  • Und: Vorhersagen sind schwierig, besonders wenn sie die Zukunft betreffen

Deine Finanzberatung Christoph Geiler

Das magische Dreieck: Zielkonflikte der Geldanlage

2 Pyramiden in der Wüste symbolisieren das magische Dreieck der Geldanlage. Hinter den Pyramiden geht eine rote Sonne unter.

Im Leben gibt es einige Gesetzmäßigkeiten, denen wir uns unterordnen müssen, unabhängig davon, ob wir das möchten. Denken wir an die Schwerkraft. Ein Stein, den wir von einem Turm fallen lassen, wird unweigerlich auf dem Boden aufschlagen. Nichts auf der Welt kann ihn dazu bewegen, dauerhaft die umgekehrte Richtung einzuschlagen.

Auf unumstößliche Gesetze stoßen wir auch bei der Geldanlage. Das Wissen über sie ist essentiell, da auf ihnen alles Weitere aufbaut.

Stell Dir vor, wir bauen ein Flugzeug und missachten die Schwerkraft. Trotz unserer Missachtung existiert sie weiter. Ohne jeden Zweifel würden wir das Schicksal des Steines teilen, sollten wir einen Flugversuch wagen.

Damit Du bei der Geldanlage die Gefahr von Bruchlandungen eindämmen kannst, beschäftigen wir uns heute mit dem magischen Dreieck der Geldanlage.

 

Das magische Dreieck der Geldanlage

Das magische Dreieck symbolisiert die Zielkonflikte zwischen Sicherheit, Rendite und Liquidität.

Bedeutung der Eckpunkte

Sicherheit

Der Erhalt des Vermögens steht im Vordergrund. Verluste werden vermieden. In der Praxis gilt: 100-prozentige Sicherheit gibt es nicht. Jede Kapitalanlage ist mit einem Risiko behaftet. Die Kapitalanlage mit dem geringsten Risiko (Staatsanleihen höchster Bonität und kurzer Laufzeit) wird in der Praxis irreführender Weise als risikofreie Anlage bezeichnet.

 

Liquidität

Das angelegte Vermögen kann jederzeit in Cash umgewandelt werden. Auch hier gilt: In der Realität können bei jeder Geldanlage Liquiditätsengpässe vorkommen. Beispielsweise kann es schwierig werden, in extremen Marktphasen einen Käufer für eine Aktie zu finden. Auch das Menschen vergeblich vor der Bank auf Bargeld warten, ist keineswegs undenkbar. Erinnern wir uns an die Finanzkrise.

 

Rendite

Der größtmögliche Wertzuwachs hat Priorität. Dabei ist zu bedenken: Rendite kommt von Risiko. Das bedeutet, es besteht immer die Möglichkeit, dass eine erwartete Rendite nicht eintritt und wir am Ende unseres Anlagehorizonts mit weniger Geld dastehen als zu Beginn.

 

 

Zielkonflikte

Die Grundaussage ist denkbar einfach: Bei unseren Anlageentscheidungen konkurrieren die drei Ziele Rendite, Sicherheit und Liquidität miteinander.

Das magische Dreieck verdeutlicht, dass Du maximal zwei der drei Ziele gleichzeitig erreichen kannst. Konzentrierst Du dich beispielsweise auf Sicherheit und Liquidität, leidet die Rendite.

Verdeutliche Dir: Es handelt sich um eine Gesetzmäßigkeit.

Das bedeutet: Verspricht Dir jemand sagenhafte Renditen und tägliche Verfügbarkeit bei maximaler Sicherheit à dann schick ihn zum Teufel. Niemand kann die Schwerkraft außer Kraft setzen.

 

 

Wie ordnen sich verschiedene Finanzprodukte in das magische Dreieck ein?

Hohe Sicherheit, hohe Liquidität, geringe Rendite:

  • Tagesgeldkonto (bis zur Höhe der gesetzlichen Einlagensicherung)
  • Kurzfristige Staatsanleihen hoher Bonität

Hohe Rendite, hohe Liquidität, geringe Sicherheit

  • Aktien

Unter allen Anlageklassen bieten Aktien die höchsten Renditeaussichten. Zudem können sie börsentäglich gehandelt werden. Das heißt, Du kannst sie an Bankarbeitstagen über die Börse veräußern.

Hohe Rendite, hohe Sicherheit, geringe Liquidität

  • (Langfristige Staatsanleihen hoher Bonität)

Genau genommen, gibt es keine Anlage, die das Kriterium hohe Rendite und hohe Sicherheit erfüllt. Bei Anleihen werden lange Laufzeiten als Risikomerkmal, relativ zu anderen Risikoprämien gesehen, ungenügend mit Rendite entschädigt. Da langfristige Staatsanleihen hoher Bonität in der Literatur an dieser Stelle trotzdem genannt werden, habe ich sie in Klammern eingefügt.

 

 

Was ist Dir wichtig?

Vor einer Anlageentscheidung gilt es zu klären, wo Du Dich auf dem magischen Dreieck befindest. Meist wird es auf einen Kompromiss zwischen den drei Zielen Rendite, Sicherheit und Liquidität hinauslaufen. Das Problem:

Oft gibt es kein Produkt, das exakt zu Deinen Bedürfnissen passt …

Das Schaubild veranschaulicht, wie sich Aktien und Tagsgeld im magischen Dreieck der Geldanlage einordnen.

Dann bleibt Dir nur, verschiedene Finanzprodukte so zu kombinieren, dass sie in ihrer Gesamtheit Deinen Ansprüchen genügen. Beispielsweise kannst Du Dein Vermögen zwischen Tagesgeld und Aktien aufteilen.

 

 

Fazit

Das magische Dreieck beschreibt ein unumstößliches Gesetz. Eine Geldanlage, die eine hohe Rendite bei gleichzeitiger Sicherheit und Liquidität verspricht, gibt es ebenso wenig wie die eierlegende Wollmilchsau. Du musst stets abwägen, was für Dich Priorität hat. Im Ergebnis hast Du einen Kompromiss, den Du durch die Kombination verschiedener Finanzprodukte praktisch umsetzen kannst.

Dein Finanzberater
Christoph Geiler

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