Finanzberater finden: Der Sinn und Unsinn von Bewertungsportalen

Finanzberater finden. Sind Bewertungsportale die richtige Wahl?

Wenn Du nach Unterstützung bei Fragen zu Deinen Finanzen suchst, stellt sich zwangsläufig die Frage:

Wie finde ich den richtigen Finanzberater?

Um die Frage zu beantworten, hast Du verschiedene Möglichkeiten. Eine davon ist, Dich auf einschlägigen Bewertungsportalen umzuschauen. Um den Sinn und Unsinn dieser Bewertungsportale dreht sich der heutige Beitrag.

 

 

Die finanzielle Verflechtung zwischen Bewertungsportal und Berater

In der Anfangszeit meiner Selbständigkeit habe ich mich intensiv damit beschäftigt, wie ich Mandanten gewinnen möchte. Eine Möglichkeit ist, den Weg über klassische Bewertungsportale einzuschlagen. Diese haben für Berater den Vorteil, dass es bereits einen Besucherstrom auf dem Portal gibt. Alles was der Berater machen muss, ist dafür zu sorgen, dass sein Profil prominent in Szene gesetzt wird. Um das zu erreichen, braucht er neben guten Bewertungen vor allem viele Bewertungen, wie wir gleich noch sehen werden.

Als Gegenleistung dafür, dass der Berater auf dem Bewertungsportal erscheint, zahlt er dem Portal in der Regel einen monatlichen Betrag X. An dieser Stelle beißt sich die Katze in den Schwanz.

Das Bewertungsportal ist Anbieter, der Finanzberater Kunde und du als Suchender bist die „Ware“.

Für das Portal zählt, dass die zahlenden Finanzberater zufrieden sind und erst im zweiten Schritt geht es darum, dass du als Suchender den richtigen Ansprechpartner findest. Zufrieden sind die angebundenen Finanzberater, wenn Sie viele Anfragen bekommen. Viele Anfragen bekommen sie, wenn sie gute Bewertungen haben …

 

WhoFinance – Eines der führenden Portale im Finanzbereich

Eines der erfolgreichsten Bewertungsportale im Finanzbereich ist „WhoFinance“. Im Bereich Leipzig sind etwa 20 Berater mit Bewertungen vertreten. Der „schlechteste“ Berater hat eine Bewertung von durchschnittlich 4,17 Sternen von 5 möglichen. Und das ist bereits ein Ausreißer nach unten. Für die sehr guten Bewertungsschnitte gibt es vier Möglichkeiten:

1. Es sind nur herausragende Berater auf WhoFinance vertreten
2. Nur Kunden, bei denen die Zusammenarbeit gut verlaufen ist, werden zum bewerten animiert
3. Der Berater lässt sich von Freunden, Verwandten und Bekannten bewerten
4. Schlechte Bewertungen werden entfernt (schließlich ist der Berater zahlender Kunde)

Die Wahrheit liegt wie immer in der Mitte und ist eine Mischung aus allen vier Punkten.

Was mich gerade bei WhoFinance stört, ist die hohe Gewichtung der Bewertungsanzahl bei der Ermittlung der Rangfolge unter den Beratern. Beispielsweise erscheint ein Berater mit einer Bewertung von 4,49 Sternen und 69 Bewertungen vor meinem Kollegen Thomas Krosse mit 4,92 Sternen und 52 Bewertungen. Masse statt Klasse ist die Botschaft, die mir damit vermittelt wird …

 

Warum ich keine Bewertungsportale nutze

Der Hauptgrund, warum ich mich gegen die Zusammenarbeit mit einem klassischen Bewertungsportal entschieden habe, bleibt aber die finanzielle Verflechtung zwischen Berater und Portal. Ein neutrale Anlaufstelle für Suchende ist damit von vornherein ausgeschlossen.

Eine neutralere Option sind beispielsweise Google-Bewertungen. Hier fließt kein Geld zwischen den verschiedenen Parteien und es ist (wenn überhaupt) nur mit hohem Aufwand möglich, schlechte Bewertungen löschen zu lassen. Zusätzlich zu Google nutze ich auf meiner Website Testimonials von Mandanten und Kollegen mit Bild und Klarnamen. Wobei Testimonials für sich betrachtet, durchaus kritisch betrachtet werden dürfen, da ich selbstredend keine negativen Testimonials auf meine Website stellen würde.

 

Resümee: So findest Du den passenden Finanzberater

Was bleibt jetzt für Dich, wenn Du nach dem richtigen Ansprechpartner suchst? Aus meiner Sicht bleibt die Empfehlung ein wichtiges Auswahlkriterium. Dabei sollten Bewertungsportale allerdings niemals als alleiniges Entscheidungsmedium dienen, da Manipulationen bei Bewertungen Tür und Tor geöffnet sind. Bewertungen können aber als erstes Indiz für einen guten Berater dienen. Wobei Google-Bewertungen deutlich sinnvoller sind als klassische Bewertungsportale, da schlicht keine finanziellen Interessenkonflikte vorliegen.

Wenn Du Dir Bewertungen anschaust, solltest Du dabei nach „Merkwürdigkeiten“ Ausschau halten:

• Klingen die Bewertungen ähnlich?
• Sind die Bewertungen alle sehr knapp gehalten?
• Sind viele Bewertungen in einem kurzen Zeitraum erfolgt?

Derartige Punkte sprechen dafür, dass es sich bei den Bewertungen um „Fakes“ handelt.

Neben Online-Bewertungen schadet es nicht, wenn Du Dich in Deinem Umfeld umhörst. Haben Deine Freunde einen Berater mit dem sie zufrieden sind und warum? Von wem wird Deine Familie beraten …

Wenn Du sowohl offline als auch online suchst, kommst Du am Ende vielleicht auf zwei oder drei mögliche Ansprechpartner. Nach einem Erstgespräch mit den Beratern kannst Du dann in Ruhe entscheiden, wer am besten zu Dir passt.

Dein Finanzberater
Christoph Geiler

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Bevor du dich für einen Finanzberater entscheidest, stellt sich die Frage nach den Kosten der Beratung. Schließlich macht die Inanspruchnahme einer Dienstleistung nur Sinn, wenn Preis und Leistung miteinander in Einklang stehen.

Bei der Recherche im Netz stolperst Du dabei immer wieder über die plakative Werbeaussage:

>>Unsere Beratung ist für Sie kostenlos!<<

Dieser Beitrag zeigt, dass das nur die halbe Wahrheit ist.

 

 

Was kostet ein Finanzberater?

Üblicherweise werden Finanzberater über Provisionen vergütet. Das bedeutet, dass ein Berater Geld verdient, wenn er seinen Kunden ein Produkt vermittelt.

Einfaches Beispiel:

Du gehst zu einem Finanzberater mit dem Wunsch nach einer Berufsunfähigkeitsversicherung. Der Berater stellt Dir verschiedene Versicherungspolicen vor und empfiehlt Dir anschließend seinen Favoriten. Bis zu dieser Stelle hat der Berater keinen Cent verdient.

Wenn Du allerdings der Empfehlung folgst und das Produkt abschließt, bekommt der Berater eine Abschlussprovision vom Versicherer überwiesen. Die Höhe der Provision richtet sich dabei nach den Beiträgen, die Du über die gesamte Laufzeit für den Versicherungsschutz aufwenden musst. In der Regel gilt:

Je teurer die Versicherung, desto mehr Provision erhält der Finanzberater.

 

Provision: Die Beratung ist kostenlos

Die Werbeaussage Unsere Beratung ist für Sie kostenlos! stimmt also. Vergütet bekommt der Finanzberater in unserem Beispiel den Vermittlungsprozess und nicht den Beratungsprozess.

Die Grenze der Wahrheit wird jedoch übertreten, wenn im Nebensatz hinzugefügt wird, dass die Produkte – seien es Rentenversicherungen, Baufinanzierungen oder Berufsunfähigkeitsversicherungen – durch Provisionen für den Endkunden nicht teurer werden …

Diese Behauptung fußt auf der Argumentation, dass Provisionen ohnehin in den Produkten einkalkuliert sind, egal ob vorher eine Beratung in Anspruch genommen wurde oder nicht …

Das ist schlicht falsch.

 

Nettotarife: Deutlich günstiger als Provisionstarife

Mittlerweile gibt es eine Vielzahl an Nettopolicen (auch bekannt als Honorartarife), die völlig ohne einkalkulierte Abschluss- und Bestandsprovisionen auskommen. Diese sind in der Regel deutlich günstiger als Provisionstarife, da in Honorartarifen kein Berater quersubventioniert werden muss.

Nettotarife werden meist von Honorarberatern empfohlen. Einen Honorarberater bezahlst du für seine Beratung und nicht für die Vermittlung eines Produktes. Der Vorteil:

Der Berater hat keinen Druck, Dir ein Produkt vermitteln zu müssen. Ergibt die Beratung, dass Du kein Produkt benötigst, kann er Dir das offen sagen, ohne dabei seine Vergütung aufs Spiel zu setzen.

Im Umkehrschluss bedeutet das aber auch, dass du in jedem Fall ein Honorar bezahlst, egal ob Du am Ende ein Produkt bekommst oder nicht.

 

Das kostet ein Finanzberater

Der übliche Stundensatz von Honorarberatern liegt um die 150 €/h, ähnlich wie bei einem Rechtsanwalt. Für eine umfassende Beratung fällt damit leicht ein vierstelliges Honorar an. Das klingt im ersten Moment viel, relativiert sich aber, wenn Du Dir bewusst machst, dass für den Abschluss von Lebens- und Rentenversicherungen schnell vierstellige Provisionen anfallen … für jeden einzelnen Produktabschluss.

Gut zu wissen:

Vergleichsportale erhalten ebenfalls Provisionen für die Produktvermittlung.

 

Fazit: Es gibt nichts umsonst

Mach Dir bewusst, dass es (fast) nichts umsonst gibt, auch nicht Finanzberatung. Letztlich ist das wenig verwunderlich. Ärgerlich ist nur, wenn etwas anderes in den Wald hinein gerufen wird … denn was aus dem Wald heraus schallt, ist eine Intransparenz, die Verbraucher und Berater schadet.

Das ist einer der Gründe, warum ich ausschließlich auf Honorarbasis arbeite. Es ermöglicht maximale Transparenz und schafft von Anfang an klare Verhältnisse.

Dein Finanzberater
Christoph Geiler

Wie ich als Finanzberater in der Kundenkommunikation umdenken musste

Als unabhängiger Finanzberater auf Honorarbasis musst Du in der Kundenkommunikation völlig umdenken.

Als ich vor rund 5 Jahren mit der Arbeit als Finanzberater begonnen habe, erzielte ich meine Einnahmen ganz klassisch über Provisionen. Meine Dienstleistung an den Mann (oder die Frau) zu bringen, war vergleichsweise simpel. Der Clou:

Meine Beratungsleistung kostete auf den ersten Blick nichts.

Erst bei einem Produktabschluss erhielt ich eine Provision vom Produktgeber. Die Kunden haben davon wenig bis gar nichts mitbekommen. Und so war die Einstiegshürde für potentielle Mandanten vergleichsweise gering. Mit meinem Umstieg auf eine honorarbasierte Beratung hat sich das fundamental geändert.

Wie ich als Finanzberater in der Kundenkommunikation umdenken musste

 

Honorarberater müssen in der Kundenkommunikation umdenken

Heute steht und fällt mein Geschäftserfolg damit, dass Mandanten meine Dienstleistung aktiv nachfragen. Wenn Du es als Honorarberater verpasst, diese Nachfrage zu wecken, stehst du auf verlorenem Posten.

Es spielt zunächst keine Rolle, wie gut Deine Arbeit ist. Kein Mensch bezahlt ein kostendeckendes Honorar für eine Dienstleistung, die er nicht von sich aus möchte. Da hatte ich es als vermeintlich kostenloser Provisionsberater deutlich leichter …

Wenn Du als Honorarberater erfolgreich arbeiten möchtest, musst Du Deine Kundenkommunikation anpassen. Honorarberatung ist immer noch eine Nische. Gerade bei uns im Osten ist die Nachfrage vergleichsweise gering. Damit stellen sich zwei Aufgaben:

  • Die bestehende Nachfrage nutzen und Suchenden eine kompetente Anlaufstelle bieten. Es gilt die Frage zu beantworten: Warum sollte jemand Deine Finanzberatung in Anspruch nehmen?
  • Die zweite Aufgabe ist noch größer: Nicht vorhandene Nachfrage wecken.

Die voranschreitende Digitalisierung ist für die Beantwortung beider Fragen ein Segen. Das Internet bietet die Möglichkeit, Mandanten auf Dich aufmerksam zu machen und was noch viel wichtiger ist:

Die Fragen von Suchenden zu beantworten.

Wenn Du jemanden mit einem hervorragenden Blogartikel bei der Lösung eines Problems geholfen hast, wird er sich vielleicht bei der nächsten Frage direkt an Dich wenden oder Dich weiterempfehlen.

 

Der Schlüssel zum Erfolg: Content-Marketing

Das Zauberwort lautet Content-Marketing. Vereinfacht gesagt, geht es dabei darum, anderen Menschen hochwertige Inhalte zur Verfügung zu stellen. Die Inhalte sollten entweder:

  • Einen Nutzen stiften
  • Oder unterhalten

Idealerweise machen sie beides.

Entscheidend ist, dass Du Dich nicht verstellst. Offene, ehrliche und authentische Inhalte sorgen dafür, dass genau die Mandanten zu Dir finden, die zu Dir passen. Wer Deinen Internetauftritt unsympathisch findet, wird Dich nicht für eine Beratung anfragen. Was im Umkehrschluss bedeutet, dass Du fast ausschließlich Anfragen von Menschen bekommst, die Dich (zumindest ein bisschen) sympathisch finden und genau Deine Dienstleistung wollen. Für mich der größte Gewinn:

Wenn es auf der menschlichen Ebene passt, macht die Arbeit doppelt Spaß.

 

Welche Kommunikationswege ich nutze

Derzeit erreiche ich Menschen über 3 (bald 4) verschiedene Wege:

Klar ist: Das bedeutet eine Menge Arbeit und braucht Zeit.

Ich habe quasi zwei Unternehmen. Ein Medienunternehmen und ein Beratungsunternehmen. Bevor ich die ersten Erfolge durch Content Marketing hatte, ist ein Jahr ins Land gegangen. Ein langer Atem gepaart mit einer positiven Lernkurve ist entscheidend.

Die große Stärke dieser Form der Kundenkommunikation ist ihre Nachhaltigkeit. Sie beruht darauf, Menschen einen Nutzen zu stiften. Sind die Erfolge anfangs eher mäßig, wachsen sie im Zeitverlauf immer weiter an. Machst Du Deine Sache gut, wirst Du von Suchmaschinen berücksichtigt und von Menschen weiterempfohlen, die Du noch nie persönlich getroffen hast.

 

Resümee

Die initiale Herausforderung als Honorarberater ist es, Menschen für die eigene Dienstleistung zu begeistern. Dafür ist das Internet – zumindest für mich – das ideale Medium. Es bietet mir die Möglichkeit, unzähligen Menschen einen Nutzen zu stiften und sie gleichzeitig auf mich aufmerksam zu machen.

Neben den positiven Seiten des Content-Marketings musst Du Dir aber bewusst machen, dass damit unzählige Stunden und Tage an Arbeit einhergehen. Die Ungewissheit, ob sich der Aufwand jemals lohnt, ist gerade am Anfang Dein täglicher Begleiter. Wenn Geld meine Hauptmotivation wäre, hätte ich auf halben Wege aufgegeben. Grundvoraussetzung für nachhaltigen Erfolg ist, dass Du anderen Menschen tatsächlich helfen möchtest.

Dein Finanzberater
Christoph Geiler

 

Welchen Wert hat das Wort „Unabhängigkeit“ in der Finanzberatung?

Ich suche einen unabhängigen Finanzberater.

Welchen Wert hat das Wort „Unabhängigkeit“ in der Finanzberatung?

Ein undurchschaubares Dickicht an Marktteilnehmern

Ich bewege mich seit 5 Jahren in der Finanz- und Versicherungsbranche. Dabei habe ich verschiedenste Typen von Finanzberatern kennengelernt. Seien es nun:

  • Versicherungsvertreter,
  • Versicherungsmakler,
  • Finanzanlagenvermittler,
  • Versicherungsberater,
  • Honorar-Finanzanlagenberater

und viele mehr …

Das Angebot an Finanzberatern ist ein nahezu undurchschaubares Dickicht an Marktteilnehmern, welches bereits bei einigen Brancheninsidern für Verwirrung zu sorgen scheint. Das wird allein daran deutlich, dass immer mehr Versicherungsmakler die Honorarberatung für Privatkunden für sich entdecken …

Wobei Maklern klar sein sollte, dass ihnen von Seiten des Gesetzgebers nur die Honorarvermittlung erlaubt ist. Das ist ein fundamentaler Unterschied zur Beratertätigkeit, der bei Nichtbeachtung zu existenzbedrohenden Haftungsfallen für den Finanzberater und zu herben Enttäuschungen beim Verbraucher führen kann.

Wenn schon Dienstleister den Überblick verloren haben, ist es wenig verwunderlich, dass der Endkunde noch schwerer einschätzen kann, wer für ihn der richtige Ansprechpartner ist.

Etwas Licht ins Dunkel bringen zwei Artikel, die ich auf der Finanzküche veröffentlicht habe:

 

Die inflationäre Verwendung des Unabhängigkeits-Begriffes

Komplettiert wird die Verwirrung durch die inflationäre Verwendung des Begriffes der Unabhängigkeit. Gefühlt jeder Finanzberater nennt sich unabhängig. Das wird allein an meinem Beispiel deutlich:

Ich habe mich bereits mit Brancheneintritt als unabhängig bezeichnet. Dabei war ich zu Beginn noch als Versicherungsvertreter für einen Strukturvertrieb tätig. Im Anschluss habe ich als Versicherungsmakler gearbeitet … was blieb war der Begriff der Unabhängigkeit. Heute bezeichne ich mich ebenfalls als unabhängig, obwohl (oder gerade weil) die Zeit als Vertreter und Makler längst vorbei ist.

Das Problem ist, dass Unabhängigkeit ein dehnbarer Begriff ist.

Als Verbraucher sollte man in jedem Fall genau nachfragen, was ein Finanzberater meint, wenn er sich als unabhängig bezeichnet …

Unabhängig vom Arbeitgeber? Unabhängig von einer einzelnen Versicherung? Unabhängigkeit vom Produktverkauf? Unabhängig von was eigentlich?

 

Eine Beratung frei von Interessenskonflikten gibt es nicht

Je nach Betrachtungswinkel bin auch ich als Versicherungsberater und Honorar-Finanzanlagenberater abhängig. Zunächst einmal bin ich davon abhängig, dass meine Mandanten bereit sind, mir ein Honorar zu überweisen. Was in Ordnung ist, da durch diese Abhängigkeit kein Interessenskonflikt zwischen mir und meinen Mandanten entsteht. Das ist es dann auch, was die meisten Mandanten eigentlich suchen …

Einen Berater, der in ihrem Interesse berät.

Dabei sollte klar sein:

Eine Beratung frei von Interessenskonflikten gibt es nicht.

Auch wir hochgelobten Honorarberater sind falschen Anreizen ausgesetzt. Wer nach Stunde abrechnet, könnte beispielsweise geneigt sein, Beratungen unnötig in die Länge zu ziehen. Darüber hinaus ist es denkbar, dass vom Honorarberater Lösungen bevorzugt werden, die er selbst mit seiner Beratungsleistung abdecken kann, da der Auftrag ansonsten an ihm vorbeigeht.

Schaut man sich einen Versicherungsmakler an, ist sein Vergütungsanspruch direkt an den Vermittlungserfolg gekoppelt. Er ist also abhängig vom erfolgreichen Produktverkauf. Dabei spielt es keine Rolle, ob der eine Provision vom Versicherer erhält oder ein Vermittlungshonorar direkt vom Kunden.

Der Versicherungsvertreter ist neben der Abhängigkeit vom Produktverkauf noch abhängig von den Weisungen seiner Versicherungsgesellschaft.

 

Eine Gemeinsamkeit haben alle Finanzberater

Wer als Finanzberater langfristig am Markt bestehen will, ist auf zufriedene Mandanten angewiesen. Jeder Beratertyp wird damit im Rahmen seiner Möglichkeiten versuchen, das Beste für seine Mandanten herauszuholen. Ansonsten bleiben Empfehlungen aus und Bestandskunden suchen sich andere Berater.

Ob es dann tatsächlich gelingt, die besten Lösungen für die eigenen Mandanten zu erarbeiten, hängt vom rechtlichen Rahmen ab, indem sich der Berater bewegt und natürlich in hohem Maße von seinen Fähigkeiten.

 

Resümee: Wie finde ich einen unabhängigen Finanzberater?

Letztlich sollten sich Verbraucher fragen:

Was möchte ich und was ist mir wichtig?

Nach Klärung der Frage, kann auch die Entscheidung getroffen werden, was das Wort unabhängig eigentlich bedeuten soll …

  • Unabhängig vom Produktverkauf?
  • Unabhängig von einer einzelnen Gesellschaft?
  • Unabhängig von einem Arbeitgeber?
  • Unabhängig von … ?

Im Anschluss kann die erfolgreiche Suche nach einem „unabhängigen“ Finanzberater beginnen.

Deine Finanzberatung Christoph Geiler

Autor: Christoph Geiler

Interview mit unserer Praktikantin: Eine überraschende Entscheidung

Heute im Gespräch: Unsere Praktikantin Maren Pein. Du erfährst …

  • Woran Du einen guten Berater erkennst
  • Warum Du Dir für Deine Finanzentscheidungen Zeit nehmen solltest
  • Warum sich Maren nach ihrem Praktikum gegen den Studienschwerpunkt Versicherungen/Banken entschieden hat
  • Und: Was für Sie in den 4 Wochen bei uns überraschend war

Deine Finanzberatung Christoph Geiler

Warum die Vermeidung von Kosten höchste Priorität hat

Kosten sind bei der Geldanlage ein entscheidender Faktor. Die Figur hingegen verbrennt Geld.

Wir leben in einer ungewissen Welt. Das bedeutet, was die Zukunft bringt, wissen wir in der Regel nicht – so auch in der Geldanlage. Wir können nicht sagen, ob wir tatsächlich positive Renditen einfahren, oder gar wie hoch sie sind.

Was allerdings feststeht, sind die Kosten. Gebühren schlagen eins zu eins auf unsere Erträge durch. Heißt:

Je höher die Kosten, desto niedriger die erwarteten Renditen.

Und:

Je niedriger die Kosten, desto höher die erwarteten Renditen.

Die Vermeidung von unnötigen Kosten muss für den Anleger daher höchste Priorität haben. Leider bleibt das in der Praxis oft ein frommer Wunsch. Versicherungen, Banken, Fondsgesellschaften und Vermittler verdienen umso mehr, je mehr Kosten du stemmen musst.

Diesen Sachverhalt greife ich in der folgenden Präsentation auf. Du erfährst:

• Wie Geldanlage in der Regel gehandhabt wird und welche Kosten dabei auf Dich zukommen
• Wie Geldanlage im Idealfall abläuft
• Warum Du Dir mit einer Versicherung ein zusätzliches Risiko ins Boot holst
• Warum Renten das Langlebigkeitsrisiko nicht optimal abdecken
• Welche Probleme es bei der Vererbbarkeit gibt
• Welche Interessenkonflikte bei einer Beratung auftreten können und wie Du sie vermeidest

Deine Finanzberatung Christoph Geiler

Warum ich nicht (mehr) nackt das Haus verlasse

Honorarberater Christoph Geiler verlässt nie wieder nackig das Haus

Kennst Du das Märchen: Des Kaisers neue Kleider? Darin geben zwei Betrüger vor, prächtige Gewänder weben zu können. Nur kluge und edle Menschen sollen die Roben sehen können. Der Kaiser ist begeistert und überschüttet die Hochstapler mit Gold. Wenige Tage später überreichen sie dem Kaiser die feinen Gewänder. Die Sache hat nur einen Haken:

Die vermeintlichen Weber haben gar keine Kleider dabei.

Der Kaiser ist jedoch zu stolz, um zuzugeben, dass er die Gewänder nicht sehen kann. Keinesfalls will er als Dummkopf dastehen und so lobpreist er die Handwerkskunst der Betrüger. Auch seine Diener mimen Begeisterung.

Bei der nächsten Parade führt der Kaiser seinem Volk den edlen Zwirn vor. Jubel schallt ihm entgegen. Jeder im Land hatte bereits gehört, dass nur schlaue Leute die sagenhaften Kleider sehen können. Wäre da nicht ein kleines unbedarftes Kind gewesen, würde sich der Kaiser noch heute entblößt unters Volke mischen …

Das Kind erkennt, dass der Kaiser völlig nackt ist und ruft:

>>Seht, der Kaiser ist nackt. <<

Alle erkennen ihren Irrtum und brechen in lautes Gelächter aus. Sichtlich bemüht, Haltung zu wahren, setzt der Kaiser seine Parade tapfer fort.

Und unsere Betrüger? Die sind längst über alle Berge und mit ihnen das Gold des Kaisers.

 

Warum diese Geschichte?

Ähnlich wie der Kaiser, habe ich einige Zeit lang nackt das Haus verlassen und es nicht gemerkt. Ich habe mich in schicke Finanzprodukte gekleidet. Tolle Namen wie Absolute-Return-Fonds und Multi-Asset-Income-Fonds haben eine große Magie auf mich ausgeübt.

Meine damaligen Kollegen waren der Magie ebenfalls verfallen. Alle stimmten in die Lobpreisung ein. Letztlich auch unsere Kunden. Ich kann den Kaiser daher gut verstehen.

Es ist unglaublich schwer, die Wahrheit zu erkennen, wenn alle Heureka rufen. Da kann man leicht übersehen, dass man nackt ist. Ich habe ein volles Jahr dafür gebraucht. Und als die Erkenntnis endlich da war, hat sie mir Angst gemacht. Denn als ich merkte, dass ich meinen Kunden mit großartigen Produktgeschichten keinerlei Mehrwert bringe, stand ich in der Tat völlig nackt da.

Zwei Jahre habe ich danach gebraucht, um mir richtige Kleider zuzulegen. In einer Branche, in der es üblich ist, nackt das Haus zu verlassen, keine einfache Aufgabe. Selbst die üblichen Aus- und Weiterbildungen sind drauf ausgerichtet, die Absolventen entblößt auf Arbeit zu schicken.

 

Vermittler sind beliebig austauschbar

Das Jahr nähert sich seinem Ende. Für die Branche bedeutet das Hochsaison: Jahresendgeschäft!

In meinem Mailverteiler sammeln sich die Nachrichten der verschiedenen Gesellschaften, die mich zum Endspurt motivieren sollen. Ein Beispiel?

„LV-Endspurt 2016 – Nutzen Sie unser neues Webinar für Ihren Erfolg! Letzte Chance für die Anmeldung“

Bei solchen Mails vergeht mir regelmäßig der Appetit. Jedes Jahr wird eine neue Sau durchs Dorf getrieben. Mal ist es eine Gesetzesänderung, mal die Absenkung des Garantiezinses. Mehrwert für den Verbraucher? Null.

Was große Teile der Finanzbranche nicht verstehen:

„Wer sich auf Produkte reduziert, ist beliebig austauschbar.“

Zurecht fürchten sich viele Berater (Vermittler) vor der voranschreitenden Digitalisierung. Denn ohne ihre Produkte sind sie nackt … und Produkte verkaufen kann eine App genauso gut wie ein Vermittler.

 

Anständig gekleidet das Haus verlassen

Mir wurde regelmäßig gesagt:

  • Honorarberatung funktioniert nicht
  • Online-Beratung möchte niemand
  • Und überhaupt haben die Menschen keine Lust, sich Zeit zu nehmen, über ihre Finanzen nachzudenken

Getreu dem Sprichwort Versuch macht klug habe ich allen Unkenrufen zum Trotz einfach mal gemacht. Und siehe da:

Gute Beratung wird ebenso wie eine transparente Abrechnung wertgeschätzt. Dabei ist es völlig egal, ob Gespräche online oder offline stattfinden. Alles, was man verstehen muss, ist, dass Beratung bedeutet, seinen Klienten Sicherheit in ihren finanziellen Entscheidungen zu geben und zu vermitteln, warum eine Entscheidung getroffen wird. Das passende Produkt ist eine Selbstverständlichkeit – wenn es denn überhaupt benötigt wird.

Niemals darf ein Berater seinem Mandanten eine Entscheidung abnehmen. Alles, was er tun kann, ist mit Rat und Tat zur Seite zu stehen. Schließlich geht es um das Leben seiner Mandanten und seine Mandanten sind es auch, die die Konsequenzen ihres Handelns tragen.

Berater, die das verstehen und danach leben, verlassen anständig gekleidet das Haus (unabhängig davon, ob sie den feinsten Zwirn tragen).

Dein Finanzberater
Christoph Geiler

Unser Fazit zur Konferenz: Die Wissenschaft des Investierens

Seit einigen Woche absolviert Kenny Metzler ein Praktikum bei mir. Kenny studiert an der Universität Leipzig Wirtschaftswissenschaft und steht kurz vor seinem Abschluss. Gemeinsam waren wir letzte Woche in Düsseldorf auf der Konferenz: Die Wissenschaft des Investierens.

In diesem Video ziehen wir unser Fazit. Du erfährst, warum ein großer Teil der Finanzbranche im falschen Geschäftsmodell festhängt.

Außerdem:

  • Warum uns so schnell keiner mehr in einen Bus bekommt
  • Die Erkenntnisse aus Kennys Bachelorarbeit: Sind gehebelte ETFs sinnvoll für Privatanleger?
  • Und: Vorhersagen sind schwierig, besonders wenn sie die Zukunft betreffen

Deine Finanzberatung Christoph Geiler

So findest Du den richtigen Finanzberater (Video)

In diesem Video gehe ich auf die verschiedenen Beratertypen am Markt ein.

Im Bereich Versicherungen:

  • Versicherungsvertreter
  • Versicherungsmakler
  • Versicherungsberater

Im Bereich Finanzanlagen:

  • Finanzanlagenvermittler
  • Honorar-Finanzanlagenberater

Zum Schluss zeige ich Dir, wie Du im Vermittlerregister überprüfen kannst, welchen Status Dein Berater hat.

Wenn Du Fragen hast, schreibe sie mir einfach in die Kommentare.

Dein Finanzberater
Christoph Geiler