Finanzentscheidungen: Mut zur Einfachheit in komplexen Systemen

Mit Volldampf durch Zeiten niedriger Zinsen: Wütendem Mann kommt Qualm aus den Ohren

Unsicherheit ist ein schlechter Begleiter

Es gibt unendlich viele Möglichkeiten, sich vor Finanzentscheidungen zu informieren.

• Was kann ich für meine Altersvorsorge machen?
• Auf was muss ich beim Immobilienkauf achten?
• Wie lege ich mein Geld am besten an?
• Welche Punkte sollte ich beim Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung beachten?

Auf jede Frage bekommst du eine Antwort. Sei es im Internet, Fernsehen, Zeitungen oder von Experten. Dabei triffst du häufig auf ein Problem:

Überall wird eine andere Meinung vertreten, oder alternativ Sachverhalte immer weiter aufgedröselt, bis sie so komplex sind, dass einem schier der Kopf platzt. Das Ergebnis: Unsicherheit

Unsicherheit ist bei Finanzentscheidungen ein schlechter Begleiter. Unsicherheit führt dazu, dass Finanzentscheidungen hinterfragt und über den Haufen geworfen werden, sobald etwas nicht läuft wie erwartet. Auslöser können fallende Aktienkurse, Ärger mit dem Mieter oder eine Prämienerhöhung der Versicherung sein …

 

Hin und her macht Taschen lassen

Nichts ist schlimmer als das ständige Revidieren von Finanzentscheidungen. Denn das kostet dich jede Menge Geld. Zum einen weil du schlechte Renditen erreichst und zum anderen weil du für jeden Kauf und Verkauf eines Finanzprodukts Geld bezahlst.

Um das zu vermeiden, sollte vor jeder Finanzentscheidung also vor allem eins stehen: Sicherheit

Dafür braucht es zwei Dinge:

• Einen klaren Finanzplan
• Den Mut, komplexen Systemen mit Einfachheit zu begegnen

Der Finanzplan sorgt dafür, dass deine Finanzentscheidungen zu deinem Leben passen und das du dir über mögliche Konsequenzen (positive wie negative) bewusst wirst.

Einfachheit gibt dir schließlich die Sicherheit, dass du gute, solide Lösungen an der Hand hast, die funktionieren. So ist es zum Beispiel bei der Geldanlage weniger entscheidend, ob Aktien 20 Prozent oder 30 Prozent deines Gesamtvermögens ausmachen, als das du sie überhaupt in deiner Geldanlage berücksichtigst.

Es ist sogar gut möglich, dass eine simple Strategie, die jede Anlageklasse gleich gewichtet, besser abschneidet, als eine Anlagestrategie, die anhand wissenschaftlicher Erhebungen die Gewichtungen der verschiedenen Anlageklassen genau aufeinander abstimmt.

Der Grund dafür ist, dass sich diese wissenschaftlichen Erhebungen auf die vergangenen Entwicklungen der Finanzmärkte stützen. Und die Vergangenheit lässt leider keine sicheren Schlüsse für die Zukunft zu. Im besten Fall lassen sie Tendenzen erkennen. Salopp gesagt:

Der Zukunft ist die Vergangenheit ziemlich egal.

 

Was also tun bei komplexen Entscheidungen?

Stelle dir vor jeder Entscheidung die Frage:

Gibt es für mein komplexes Problem eine einfache Lösung?

Wenn die Antwort „Ja“ lautet, solltest du dazu tendieren, diese einfache Lösung einer komplexen vorzuziehen. Oder wie es bereits Albert Einstein auf den Punkt gebracht hat:

„Jeder Idiot kann Dinge größer, komplexer und gewaltiger machen. Es benötigt einen Hauch von Genie und jede Menge Mut, um in der entgegengesetzten Richtung bessere Erfolge erzielen zu können.“

Dein Finanzberater
Christoph Geiler

Medienlärm ausblenden: Wie Du zu einem erfolgreichen Anleger wirst

Medienlärm ausblenden und erfolgreich anlegen

Ein vergleichsweise ruhiges Börsenjahr neigt sich seinem Ende zu. Jedes einzelne Mandantenportfolio schließt dieses Jahr mit einem soliden Plus ab. Die Höhe des Gewinns richtet sich nach dem gewählten Risikoprofil und bei jüngeren Portfolios spielt zudem der Einstiegszeitpunkt eine Rolle.

Dieser Artikel hilft dir dabei, die positive Anlageerfahrung langfristig aufrechtzuerhalten.

 

Wie Du zu einem erfolgreichen Anleger wirst

Dass das Börsenjahr 2017 ohne größere Kurssprünge verlaufen würde (sowohl nach oben als auch nach unten), wusste Ende 2016 noch niemand. Immer wieder wurde im Jahresverlauf vor deutlichen Kursrückgängen gewarnt. Gleichwohl gab es auch einige, die auf das weitere Potential der Aktienmärkte hinwiesen …

Es ist jedes Jahr das gleiche Spiel. Für den Anleger stellt sich die Frage:

Wer hat recht und welche Handlungen soll ich aus den Empfehlungen sogenannter „Börsenexperten“ ableiten?

Die Antwort ist verblüffend einfach:

Ruhig bleiben und nichts machen.

Langfristig erfolgreich sind Anleger, die den Medienlärm ausblenden und ihrer Anlagestrategie treu bleiben. Wenn Du aufgrund von Hoffnungen und Ängsten Dein Portfolio häufig umschichtest, verursachst Du Transaktionskosten und realisierst steuerwirksame Gewinne. Beides wirkt sich negativ auf die Renditen aus.

Die wissenschaftliche Forschung zeigt eindeutig, dass Prognosen keinerlei Wert besitzen. Selbst Fondsmanager schaffen es nicht, zuverlässig eine Mehrrendite gegenüber der Marktrendite zu erwirtschaften. Deutlich wird das beispielsweise daran, dass in den letzten 15 Jahren nur 17% aller US-amerikanischen Aktienfonds und 18% aller Anleihefonds überlebt und ihre Benchmark übertroffen haben.

Die meisten Investmentfonds schneiden schlechter ab als ihre Vergleichindizes
Quelle: Mutual Fund Landscape 2017, Dimensional Fund Advisors

In der nächsten Abbildung wird das Dilemma noch deutlicher. Denn wer jetzt glaubt, er könnte einfach die wenigen „Gewinnerfonds“ auswählen und alles wird gut, könnte eine Überraschung erleben …

Wenige Investmentfonds, die in der Vergangenheit zu den Gewinnern zählten, schafften dies auch in der Zukunft – und selbst wenn, geschah dies rein zufällig. In Zahlen:

Nur 23 Prozent der Aktienfonds und 27 Prozent der Anleihefonds, die in den letzten 5 Jahren zu den 25 Prozent der renditestärksten Fonds gehörten, konnten diese Position im Folgejahr halten.

Investmentfonds schaffen es nicht zuverlässig, den Markt zu schlagen.
Quelle: Mutual Fund Landscape 2017, Dimensional Fund Advisors

Die Ursache für das schlechte Abschneiden der Börsenprofis ist die Effizienz der Märkte beim Einpreisen von Informationen. Werden Neuigkeiten bekannt, spiegeln diese sich innerhalb von Sekunden in den Wertpapierkursen wider.

In der Folge haben wir faire Preis, die die bestmögliche Schätzung des tatsächlichen Wertes eines Wertpapiers darstellen. Jede andere Schätzung ist schlechter.

 

Anleger sollten sich auf das Wesentliche konzentrieren

Anleger sollten sich daher auf das konzentrieren, was sie beeinflussen können:

  • Erstellung eines Finanzplans, der zu den eigenen Bedürfnissen passt
  • Ausrichtung des Portfolios anhand des persönlichen Risikoprofils
  • Einnahmen, Ausgaben und Steuern im Auge behalten
  • Global diversifizieren
  • Diszipliniert bleiben, trotz Medienlärm und Marktschwankungen
  • Berücksichtigung von Marktsegmenten mit höher erwarteten Renditen (z.B. Value und Small-Cap)
  • Anlagekosten geringhalten

Wenn Du diese Punkte berücksichtigst, wirst Du auch in Zukunft eine positive Investmenterfahrung erleben. In diesem Sinne:

Frohe Weihnachten und vielen Dank für Dein Vertrauen

Deine Finanzberatung Christoph Geiler

Warum Anlageentscheidungen nur im Kontext des Gesamtvermögens Sinn machen

Anlageentscheidung im Gesamtkontext

In diesem Beitrag lege ich dar, warum es für eine gute Anlageentscheidung die Betrachtung aller Vermögensbestandteile braucht.

Eine Fußballmannschaft besteht aus:

  • Torwart
  • Verteidigern
  • Mittelfeldspielern
  • Stürmern

Während der Torwart Gegentore verhindern soll, haben die Stürmer die Aufgabe, Tore zu erzielen. Verteidiger und Mittelfeldspieler wirken dabei unterstützend. So trägt jeder Spieler einen Teil zum Mannschaftserfolg bei. Hat jemand einen schlechten Tag, kann dies oft von den Teamkameraden ausgeglichen werden.

Ähnlich verhält es sich bei einem Anlageportfolio. Es gibt defensive und offensive Bestandteile, die sich gegenseitig unterstützen und gemeinsam für den langfristigen Anlageerfolg sorgen. Eine Vermögensstruktur kann sich beispielsweise aus folgenden Punkten zusammensetzen:

  • Humankapital / Wert der eigenen Arbeitskraft
  • Ansprüche gegenüber der gesetzlichen Rentenversicherung
  • Aktien
  • Anleihen
  • Selbstgenutzte Immobilie
  • Ansprüche gegenüber privaten Versicherungen

Dabei nimmt der Wert der Arbeitskraft in jungen Jahren einen hohen Stellenwert ein. Dafür sind andere Vermögenswerte unterrepräsentiert.

In der Folge verfügen junge Menschen über eine höhere Risikotragfähigkeit als ältere hinsichtlich ihres Kapitalvermögens, da der Wert des Kapitalvermögens im Vergleich zur Arbeitskraft gering ist. Verluste an den Kapitalmärkten können schlicht „herausgearbeitet“ werden.

Mit zunehmenden Alter gewinnen andere Vermögenswerte an Gewicht. Verpasst man es, diesem Punkt bei der Vermögensplanung Rechnung zu tragen, kann das schmerzhafte Folgen haben.

 

Die Anlageentscheidung im Gesamtkontext

Beispielsweise sollte das eigene Portfolio vor dem nahenden Ruhestand auf seine Angemessenheit geprüft werden. Und „nahend“ meint hier – idealerweise – mindestens 10 Jahre vor Rentenbeginn.

Spätestens jetzt wird deutlich, warum für eine Anlageentscheidung alle Vermögensbestandteile berücksichtigt werden sollten:

Ist der Ruhestand beispielsweise allein aus Ansprüchen gegenüber der Gesetzlichen Rentenversicherung und privaten Versicherern finanzierbar, kann in anderen Vermögensbestandteilen – wenn man denn möchte – ein hohes Risiko eingegangen. Verluste an Aktien- und Anleihemärkten sind dann schlicht nicht existenzbedrohend.

Wenn das Aktien-, Anleihe-, und Immobilienvermögen jedoch zwingend zur Finanzierung der Rente benötigt wird, sollte die Risikoausrichtung dementsprechend angepasst werden.

Wieder gibt es Parallelen zur Fußballmannschaft:

Verpasst es das Management eine ausgeglichene Mannschaft auf die Beine zu stellen, die im Einklang mit der Spielphilosophie und den Zielen steht, ist eine enttäuschende Saison vorprogrammiert. Der beste Stürmer der Welt bringt einer Mannschaft keinen Erfolg, wenn man jedes Spiel 5 Tore kassiert.

 

Resümee

Um gute Anlageentscheidungen treffen zu können, ist die Betrachtung der Gesamtsituation erforderlich:

  • Was soll erreicht werden?
  • Wie stellt sich die familiäre Situation dar?
  • Wie lang ist mein Anlagehorizont?
  • Welche Anlagen sind bereits vorhanden …

Sind nur einige Fragen, die es zu beantworten gilt. Darüber hinaus finden in einem ausgewogenen Portfolio immer auch die persönlichen Empfindungen eines Anlegers Berücksichtigung. Das Ergebnis ist ein Portfolio mit dem Du Dich wohlfühlst und das geeignet ist, Deine Ziele zu erreichen.

Deine Finanzberatung  Christoph Geiler

Autor: Christoph Geiler

Wechselkursschwankungen und ihre Auswirkungen auf ein Weltportfolio

Wechselkurschwankungen haben kurzfristig starke Auswirkungen auf ein Portfolio. Die langfristigen Folgen sind allerdings gering.

Wenn Du auf ein weltweit diversifiziertes Portfolio setzt, wurdest Du in den letzten Monaten vermutlich mit leicht rückläufigen Kursen konfrontiert. Eine einfache Erklärung dafür wäre eine schwache Entwicklung der Aktienmärkte. Das stimmt allerdings nur mit Blick auf unsere heimischen Aktiengesellschaften. Richtest Du Deinen Blick über den großen Teich und in die Schwellenländer, stellst Du fest, dass sich die Renditen der vergangenen Monate sehen lassen können.

Die schwachen Renditen in unseren Depots haben eine andere Ursache …

 

 

Die negativen Auswirkungen der Euroaufwertung auf ein Weltportfolio

Im MSCI World Index sind über 1600 große börsennotierte Unternehmen aus 23 Industrieländern vertreten. Er ist damit ein guter Indikator für die Wertentwicklung der Aktienmärkte der Industrienationen.

Produkte wie der iShares Core MSCI World UCITS ETF – USD Acc, die dem MSCI World Index folgen, konnten in den letzten zwölf Monaten ein ordentliches Plus erwirtschaften, wie aus dem folgenden 1-Jahres-Chart hervorgeht:

Wertentwicklung: iShares Core MSCI World ETF USD - Stand: 20.09.2017

Schauen wir auf die letzten 3 Monate, können wir immer noch ein Plus von 3,91 Prozent verbuchen.

Richten wir unseren Blick auf den Amundi ETF MSCI World UCITS ETF – EUR Acc, der ebenfalls dem MSCI World Index folgt, wandelt sich das Bild:

Wertentwicklung: Amundi MSCI World ETF - EUR Acc

Schauen wir uns wieder die letzten drei Monate an, musste der ETF von Amundi im Gegensatz zu seinem Schwesterprodukt von iShares ein Minus von 2,68 Prozent verbuchen. Das ist ein Unterschied von gut 6,5 Prozent. Auf Jahressicht haben wir zwar ebenfalls grüne Zahlen, aber der Unterschied zwischen den beiden Produkten bleibt bestehen …

Auschlaggebend ist nicht etwa ein schlechtes Fondsmanagement, sondern schlicht die Währung. Der Amundi ETF ist in Euro aufgelegt und der iShares ETF in US-Dollar.

Der Euro hat in den letzten Monaten deutlich gegenüber dem Dollar aufgewertet, wie folgender Chart verdeutlicht:

An der rechten Achse kannst Du ablesen, wie viel US-Dollar Du im Zeitverlauf für einen Euro bekommen hast. Schauen wir uns hier wieder die letzten 3 Monate an, sehen wir ein Plus von 7,29 Prozent. Das Plus entspricht in etwa der unterschiedlichen Wertentwicklung der beiden ETFs.

In Dollar gehandelte Aktien im Allgemeinen und US-amerikanische Werte im Speziellen haben ein großes Gewicht in einem ausgewogenen „Weltportfolio“. Damit ist klar, dass global agierende Anleger, die im Euroraum ansässig sind, bei einer Euroaufwertung gegenüber dem Dollar einen schweren Stand haben.

Die aktuell schwachen Renditen in unseren Portfolios sind damit erklärt, doch welche Schlüsse können wir daraus ziehen? Auf drei Erkenntnisse möchte ich näher eingehen:

 

I. Ein Weltportfolio arbeitet wie ein Uhrwerk

Die Kursrückgänge der letzten Monate sind ein Sturm im Wasserglas und sollten nicht dazu führen, ein global diversifiziertes Portfolio in Frage zu stellen oder nach einer Währungskursabsicherung zu rufen.

Vielmehr ist aktuell zu beobachten, wie gut ein durchdachtes Weltportfolio arbeitet.

So hat der Amundi ETF MSCI Emerging Markets UCITS ETF EUR in den letzten 3 Monaten knapp 5 Prozent gewonnen und die Verluste im Gesamtportfolio abgefedert:

Wertentwicklung und die Auswirkung auf Wechselkursschwankungen: Amundi ETF MSCI Emerging Markets UCITS ETF - EUR Acc

Kurzlaufende Anleihen hoher Bonität (falls vorhanden) haben das Portfolio weiter stabilisiert. Die zweite Erkenntnis ist:

 

II. Wechselkursabsicherungen im risikobehafteten Portfolioanteil machen keinen Sinn

Eine Währungsabsicherung macht im risikobehafteten Portfolioanteil keinen Sinn. Die Devisenmärkte sind die effizientesten überhaupt und die Wechselkurse unter Berücksichtigung der Inflation langfristig überraschend konstant. Die erwartete Rendite aus Währungskursänderungen ist Null (>>Kaufkraftparitätentheorie<<).

Die Kosten von Wechselkursabsicherungen hingegen sind größer als Null und schmälern die Rendite. Hinzu kommt, dass Wechselkurse sich mal in die eine und dann wieder in die andere Richtung bewegen. In einem Jahr profitieren wir und in einem anderen eben nicht. Das wird deutlich, wenn wir uns die Euro-Dollar-Entwicklung der letzten 5 Jahre anschauen. In diesem Zeitraum hat der Euro gegenüber dem Dollar 8,15 Prozent verloren. In diesem Kontext ist die derzeitige Euroaufwertung schlicht eine normale Korrektur …

Langfristige Anleger sollten solchen Schwankungen mit stoischer Gelassenheit entgegentreten. Je nach Marktphase können Wechselkursschwankungen sogar einen positiven Diversifikationseffekt haben.

Die dritte Erkenntnis ist:

 

III. Es ist egal, in welcher Währung ein Fonds aufgelegt ist

Bei oberflächlicher Betrachtung könnten wir vermuten, dass es eine gute Idee gewesen wäre, einen in Dollar aufgelegten ETF zu kaufen. Der Eindruck täuscht. Ein in Dollar laufender ETF hätte im Depot zwar schöner ausgesehen, die Verluste hätten wir bei einem Verkauf trotzdem gehabt …

Denn bei einem Verkauf wären unsere in Dollar laufenden Anteile in Euro umgerechnet worden. Es ist also völlig egal, in welcher Währung wir einen Fonds oder ETF kaufen, dass Ergebnis ist dasselbe.

 

Resümee

Die letzten Monate zeigen, wie hervorragend die Bestandteile eines global diversifizierten Portfolios ineinandergreifen.

Die relative Stärke des Euros gegenüber dem Dollar wurde von den positiven Renditen der globalen Aktienmärkte und von den anderen vertretenen Währungen im Portfolio abgefedert. Risikoarme Anleihen haben ihr Übriges getan, um die Schwankungen abzufedern.

 

Autor:

Christoph Geiler
Versicherungsberater & Honorar-Finanzanlagenberater

 

Disclaimer:

Der Text stellt keine Kaufempfehlung für die angesprochenen Produkte dar. Ich habe sie nur zu Veranschaulichungszwecken genutzt und bin auch nicht selber in die Investmentvehikel investiert.

Niedrige Zinsen: Warum Du mit ordentlich Dampf auf dem Kessel sparen solltest

Mit Volldampf durch Zeiten niedriger Zinsen: Wütendem Mann kommt Qualm aus den Ohren

Dass wir Deutschen in Geldfragen zu Sicherheit neigen, ist hinlänglich bekannt. Nicht umsonst stehen nach wie vor Anlageformen wie Kapitallebensversicherungen, Sparbücher und Bausparverträge hoch im Kurs.

In Zahlen:

  • 44 Prozent der Deutschen besitzen ein Sparbuch
  • 34 Prozent besitzen eine Lebensversicherung oder private Rentenversicherung
  • 31 Prozent besitzen einen Bausparvertrag
  • 18 Prozent besitzen Festgeld bzw. Termingeld

Quelle: Statista

Das Problem:

Eben jene Anlageformen werden durch die Niedrigzinspolitik der Zentralbanken scheinbar immer unattraktiver. Der Garantiezins in der Lebensversicherung beträgt aktuell magere 1,25 Prozent. 2017 soll er auf 0,9 Prozent sinken.

Garantiert wird die Verzinsung auf die Sparbeiträge. Die Sparbeiträge sind das, was von Deiner Prämie nach Abzug aller Kosten übrig bleibt.

Die Zinsen der Sparbücher liegen ohnehin am Boden. Das bedeutet, dass es kaum einen Unterschied macht, ob Du Dein Geld unters Kopfkissen packst, oder zur Bank respektive Versicherung bringst.

 

Sicherheit neu denken

Die Garantieverzinsung in den Beständen der Lebensversicherer liegt im Durchschnitt bei etwa 3 Prozent. Dabei sind sie gesetzlich verpflichtet, einen Großteil ihrer Anlagen in „sichere“ Staatsanleihen zu tätigen. Selbst bei positivster Auslegung sind damit nur noch rund 1 Prozent Zinsen pro Jahr zu erwirtschaften. Um zu erkennen, dass zwischen 3 Prozent und 1 Prozent eine erhebliche Lücke klafft, bedarf es keiner besonderen Fähigkeiten.

Die Lebensversicherer haben ein Problem. Die garantierte Verzinsung über alle Bestände hinweg, übersteigt die am Markt zu erwirtschaftenden Zinsen bei weitem.

Was bedeutet also Sicherheit? Ist es sicher, sein Geld Geschäftsmodellen anzuvertrauen, deren Tragfähigkeit fragwürdig erscheint? Oder ist es sicherer, sein Geld in Produktivkapital zu investieren, über das man jederzeit verfügen kann? Fragen, über die es lohnt, nachzudenken.

 

Was ist die Konsequenz?

Sparanlagen verzinsen sich nicht mehr. Soweit so gut, aber was ist die Schlussfolgerung?

Drei mögliche Wege gibt es:

1. Du reduzierst Deine Sparbemühungen
2. Du erhöhst Deine Sparbemühungen
3. Du denkst über Alternativen nach

Weg 1 bedeutet Resignation. Er garantiert Dir, dass Du keinen Erfolg bei Deinem Vermögensaufbau haben wirst und macht Dich spätestens im Alter abhängig vom Sozialstaat.

Und Weg 2? Wenn Du einfach mehr sparst, vergibst Du eine riesige Chance. Die Chance, Dein bisheriges Anlageverhalten von Grund auf zu überdenken – aber zumindest gibt er Dir die Möglichkeit, allen Widrigkeiten zum Trotz erfolgreich Vermögen aufzubauen.

Weg 3 – über Alternativen nachzudenken – ist der attraktivste.  Sparbücher, Lebensversicherungen und Bausparverträge waren noch nie geeignet, um sinnvoll Geld anzulegen.

Bisher haben wir nur über nominelle Zinsen gesprochen. Uns interessieren aber die Realzinsen – also das, was nach Abzug der Inflation übrigbleibt. Das Zinsniveau orientiert sich seit jeher zu einem Großteil an der Inflationsrate. Es gilt:

  • Hohe Inflation = hohe Zinsen
  • Niedrige Inflation = niedrige Zinsen

Bei einer Inflationsrate von aktuell nahe Null ist es kaum verwunderlich, dass sich auch die Zinsen in diesem Bereich bewegen. Was in der Tat außergewöhnlich ist, sind Negativzinsen, welche es derzeit auf einige Staatsanleihen gibt.

Ein Sparbuch, das bei einer Inflationsrate von 0 Prozent 0 Prozent Zinsen verspricht, ist ebenso (un)attraktiv, wie ein Sparbuch, das bei 3 Prozent Inflation 3 Prozent Zinsen verspricht.

 

Die Alternativen

Ohne Produktivkapital ist effektive Vermögensbildung nicht möglich.

Wohlstand entsteht, weil Menschen Tag für Tag arbeiten gehen und Mehrwert schaffen. Rohstoffe werden dem Boden abgetrotzt und weiterverarbeitet. Aus einfachem Eisen entstehen Werkzeuge. Mit Werkzeugen werden Autos und Häuser gebaut oder Nahrung angebaut und geerntet. An all diesen Wertschöpfungsketten kannst Du über Aktien teilhaben.

Investiere dabei nicht Dein gesamtes Kapital in Aktien. Ruhiger Schlaf ist wichtiger, als maximale Rendite. Anleihen, Festgeld, Tagesgeld und Bargeld können als Risikopuffer dienen. Immobilien gestalten Deinen Vermögensmix noch robuster, wenn Du dabei einige Stolpersteine beachtest.

 

 

Versicherungen meist nur zweite Wahl

Du kannst auch innerhalb eines Versicherungsmantels in Aktien und Immobilien investieren. Basis-Rente, Riester-Rente und betriebliche Altersvorsorge locken mit Steuervorteilen. Hier ist Vorsicht geboten, wie ich in meinem Artikel Wie Dich die Beitragsgarantie in Riester und Co. finanziell ruiniert gezeigt habe. Vermeintliche Steuervorteile können blind für die Nachteile eines Produktes machen.

Als Faustregel kann man sagen:

Ein Vertrag sollte sich auch ohne Steuervorteile einigermaßen lohnen.

Resümee

Du hast verschiedene Möglichkeiten, auf die Niedrigzinsphase zu reagieren. Die schlechteste ist, den Kopf in den Sand zu stecken. Besser ist, Du nimmst die widrigen Umstände zum Anlass, Deine Anlagestrategie von Grund auf zu überdenken.

Produktivkapital wie Aktien und Immobilien sind seit jeher attraktiver als Lebensversicherungen und Bausparverträge. Wenn Du dann noch darauf achtest, Dich auf einem Risikoniveau zu bewegen, welches Dich ruhig schlafen lässt, hast Du den Grundstein für einen erfolgreichen Vermögensaufbau gelegt.

Dein Finanzberater
Christoph Geiler

Bildquelle: © rangizzz – fotolia

Warum die Vermeidung von Kosten höchste Priorität hat

Kosten sind bei der Geldanlage ein entscheidender Faktor. Die Figur hingegen verbrennt Geld.

Wir leben in einer ungewissen Welt. Das bedeutet, was die Zukunft bringt, wissen wir in der Regel nicht – so auch in der Geldanlage. Wir können nicht sagen, ob wir tatsächlich positive Renditen einfahren, oder gar wie hoch sie sind.

Was allerdings feststeht, sind die Kosten. Gebühren schlagen eins zu eins auf unsere Erträge durch. Heißt:

Je höher die Kosten, desto niedriger die erwarteten Renditen.

Und:

Je niedriger die Kosten, desto höher die erwarteten Renditen.

Die Vermeidung von unnötigen Kosten muss für den Anleger daher höchste Priorität haben. Leider bleibt das in der Praxis oft ein frommer Wunsch. Versicherungen, Banken, Fondsgesellschaften und Vermittler verdienen umso mehr, je mehr Kosten du stemmen musst.

Diesen Sachverhalt greife ich in der folgenden Präsentation auf. Du erfährst:

• Wie Geldanlage in der Regel gehandhabt wird und welche Kosten dabei auf Dich zukommen
• Wie Geldanlage im Idealfall abläuft
• Warum Du Dir mit einer Versicherung ein zusätzliches Risiko ins Boot holst
• Warum Renten das Langlebigkeitsrisiko nicht optimal abdecken
• Welche Probleme es bei der Vererbbarkeit gibt
• Welche Interessenkonflikte bei einer Beratung auftreten können und wie Du sie vermeidest

Deine Finanzberatung Christoph Geiler

Unser Fazit zur Konferenz: Die Wissenschaft des Investierens

Seit einigen Woche absolviert Kenny Metzler ein Praktikum bei mir. Kenny studiert an der Universität Leipzig Wirtschaftswissenschaft und steht kurz vor seinem Abschluss. Gemeinsam waren wir letzte Woche in Düsseldorf auf der Konferenz: Die Wissenschaft des Investierens.

In diesem Video ziehen wir unser Fazit. Du erfährst, warum ein großer Teil der Finanzbranche im falschen Geschäftsmodell festhängt.

Außerdem:

  • Warum uns so schnell keiner mehr in einen Bus bekommt
  • Die Erkenntnisse aus Kennys Bachelorarbeit: Sind gehebelte ETFs sinnvoll für Privatanleger?
  • Und: Vorhersagen sind schwierig, besonders wenn sie die Zukunft betreffen

Deine Finanzberatung Christoph Geiler

Die traurigen Renditen der Privatanleger und wie Du es besser machen kannst

Die Aktienmarktrendite liegt langfristig bei gut 9 Prozent. In den Depots der Privatanleger kommen davon nur 4 Prozent an. In diesem Video kläre ich das „Warum“ und zeige Dir, wie Du es besser machen kannst.

Ich freue mich auf Deine Kommentare.

Dein Finanzberater
Christoph Geiler