Finanzberater Kosten: Die Mär der kostenlosen Finanzberatung

Finanzberater Kosten: Es gibt nichts umsonst, auch keine Finanzberatung.

Bevor du dich für einen Finanzberater entscheidest, stellt sich die Frage nach den Kosten der Beratung. Schließlich macht die Inanspruchnahme einer Dienstleistung nur Sinn, wenn Preis und Leistung miteinander in Einklang stehen.

Bei der Recherche im Netz stolperst Du dabei immer wieder über die plakative Werbeaussage:

>>Unsere Beratung ist für Sie kostenlos!<<

Dieser Beitrag zeigt, dass das nur die halbe Wahrheit ist.

 

 

Was kostet ein Finanzberater?

Üblicherweise werden Finanzberater über Provisionen vergütet. Das bedeutet, dass ein Berater Geld verdient, wenn er seinen Kunden ein Produkt vermittelt.

Einfaches Beispiel:

Du gehst zu einem Finanzberater mit dem Wunsch nach einer Berufsunfähigkeitsversicherung. Der Berater stellt Dir verschiedene Versicherungspolicen vor und empfiehlt Dir anschließend seinen Favoriten. Bis zu dieser Stelle hat der Berater keinen Cent verdient.

Wenn Du allerdings der Empfehlung folgst und das Produkt abschließt, bekommt der Berater eine Abschlussprovision vom Versicherer überwiesen. Die Höhe der Provision richtet sich dabei nach den Beiträgen, die Du über die gesamte Laufzeit für den Versicherungsschutz aufwenden musst. In der Regel gilt:

Je teurer die Versicherung, desto mehr Provision erhält der Finanzberater.

 

Provision: Die Beratung ist kostenlos

Die Werbeaussage Unsere Beratung ist für Sie kostenlos! stimmt also. Vergütet bekommt der Finanzberater in unserem Beispiel den Vermittlungsprozess und nicht den Beratungsprozess.

Die Grenze der Wahrheit wird jedoch übertreten, wenn im Nebensatz hinzugefügt wird, dass die Produkte – seien es Rentenversicherungen, Baufinanzierungen oder Berufsunfähigkeitsversicherungen – durch Provisionen für den Endkunden nicht teurer werden …

Diese Behauptung fußt auf der Argumentation, dass Provisionen ohnehin in den Produkten einkalkuliert sind, egal ob vorher eine Beratung in Anspruch genommen wurde oder nicht …

Das ist schlicht falsch.

 

Nettotarife: Deutlich günstiger als Provisionstarife

Mittlerweile gibt es eine Vielzahl an Nettopolicen (auch bekannt als Honorartarife), die völlig ohne einkalkulierte Abschluss- und Bestandsprovisionen auskommen. Diese sind in der Regel deutlich günstiger als Provisionstarife, da in Honorartarifen kein Berater quersubventioniert werden muss.

Nettotarife werden meist von Honorarberatern empfohlen. Einen Honorarberater bezahlst du für seine Beratung und nicht für die Vermittlung eines Produktes. Der Vorteil:

Der Berater hat keinen Druck, Dir ein Produkt vermitteln zu müssen. Ergibt die Beratung, dass Du kein Produkt benötigst, kann er Dir das offen sagen, ohne dabei seine Vergütung aufs Spiel zu setzen.

Im Umkehrschluss bedeutet das aber auch, dass du in jedem Fall ein Honorar bezahlst, egal ob Du am Ende ein Produkt bekommst oder nicht.

 

Das kostet ein Finanzberater

Der übliche Stundensatz von Honorarberatern liegt um die 150 €/h, ähnlich wie bei einem Rechtsanwalt. Für eine umfassende Beratung fällt damit leicht ein vierstelliges Honorar an. Das klingt im ersten Moment viel, relativiert sich aber, wenn Du Dir bewusst machst, dass für den Abschluss von Lebens- und Rentenversicherungen schnell vierstellige Provisionen anfallen … für jeden einzelnen Produktabschluss.

Gut zu wissen:

Vergleichsportale erhalten ebenfalls Provisionen für die Produktvermittlung.

 

Fazit: Es gibt nichts umsonst

Mach Dir bewusst, dass es (fast) nichts umsonst gibt, auch nicht Finanzberatung. Letztlich ist das wenig verwunderlich. Ärgerlich ist nur, wenn etwas anderes in den Wald hinein gerufen wird … denn was aus dem Wald heraus schallt, ist eine Intransparenz, die Verbraucher und Berater schadet.

Das ist einer der Gründe, warum ich ausschließlich auf Honorarbasis arbeite. Es ermöglicht maximale Transparenz und schafft von Anfang an klare Verhältnisse.

Dein Finanzberater
Christoph Geiler

Wie ich als Finanzberater in der Kundenkommunikation umdenken musste

Als unabhängiger Finanzberater auf Honorarbasis musst Du in der Kundenkommunikation völlig umdenken.

Als ich vor rund 5 Jahren mit der Arbeit als Finanzberater begonnen habe, erzielte ich meine Einnahmen ganz klassisch über Provisionen. Meine Dienstleistung an den Mann (oder die Frau) zu bringen, war vergleichsweise simpel. Der Clou:

Meine Beratungsleistung kostete auf den ersten Blick nichts.

Erst bei einem Produktabschluss erhielt ich eine Provision vom Produktgeber. Die Kunden haben davon wenig bis gar nichts mitbekommen. Und so war die Einstiegshürde für potentielle Mandanten vergleichsweise gering. Mit meinem Umstieg auf eine honorarbasierte Beratung hat sich das fundamental geändert.

Wie ich als Finanzberater in der Kundenkommunikation umdenken musste

 

Honorarberater müssen in der Kundenkommunikation umdenken

Heute steht und fällt mein Geschäftserfolg damit, dass Mandanten meine Dienstleistung aktiv nachfragen. Wenn Du es als Honorarberater verpasst, diese Nachfrage zu wecken, stehst du auf verlorenem Posten.

Es spielt zunächst keine Rolle, wie gut Deine Arbeit ist. Kein Mensch bezahlt ein kostendeckendes Honorar für eine Dienstleistung, die er nicht von sich aus möchte. Da hatte ich es als vermeintlich kostenloser Provisionsberater deutlich leichter …

Wenn Du als Honorarberater erfolgreich arbeiten möchtest, musst Du Deine Kundenkommunikation anpassen. Honorarberatung ist immer noch eine Nische. Gerade bei uns im Osten ist die Nachfrage vergleichsweise gering. Damit stellen sich zwei Aufgaben:

  • Die bestehende Nachfrage nutzen und Suchenden eine kompetente Anlaufstelle bieten. Es gilt die Frage zu beantworten: Warum sollte jemand Deine Finanzberatung in Anspruch nehmen?
  • Die zweite Aufgabe ist noch größer: Nicht vorhandene Nachfrage wecken.

Die voranschreitende Digitalisierung ist für die Beantwortung beider Fragen ein Segen. Das Internet bietet die Möglichkeit, Mandanten auf Dich aufmerksam zu machen und was noch viel wichtiger ist:

Die Fragen von Suchenden zu beantworten.

Wenn Du jemanden mit einem hervorragenden Blogartikel bei der Lösung eines Problems geholfen hast, wird er sich vielleicht bei der nächsten Frage direkt an Dich wenden oder Dich weiterempfehlen.

 

Der Schlüssel zum Erfolg: Content-Marketing

Das Zauberwort lautet Content-Marketing. Vereinfacht gesagt, geht es dabei darum, anderen Menschen hochwertige Inhalte zur Verfügung zu stellen. Die Inhalte sollten entweder:

  • Einen Nutzen stiften
  • Oder unterhalten

Idealerweise machen sie beides.

Entscheidend ist, dass Du Dich nicht verstellst. Offene, ehrliche und authentische Inhalte sorgen dafür, dass genau die Mandanten zu Dir finden, die zu Dir passen. Wer Deinen Internetauftritt unsympathisch findet, wird Dich nicht für eine Beratung anfragen. Was im Umkehrschluss bedeutet, dass Du fast ausschließlich Anfragen von Menschen bekommst, die Dich (zumindest ein bisschen) sympathisch finden und genau Deine Dienstleistung wollen. Für mich der größte Gewinn:

Wenn es auf der menschlichen Ebene passt, macht die Arbeit doppelt Spaß.

 

Welche Kommunikationswege ich nutze

Derzeit erreiche ich Menschen über 3 (bald 4) verschiedene Wege:

Klar ist: Das bedeutet eine Menge Arbeit und braucht Zeit.

Ich habe quasi zwei Unternehmen. Ein Medienunternehmen und ein Beratungsunternehmen. Bevor ich die ersten Erfolge durch Content Marketing hatte, ist ein Jahr ins Land gegangen. Ein langer Atem gepaart mit einer positiven Lernkurve ist entscheidend.

Die große Stärke dieser Form der Kundenkommunikation ist ihre Nachhaltigkeit. Sie beruht darauf, Menschen einen Nutzen zu stiften. Sind die Erfolge anfangs eher mäßig, wachsen sie im Zeitverlauf immer weiter an. Machst Du Deine Sache gut, wirst Du von Suchmaschinen berücksichtigt und von Menschen weiterempfohlen, die Du noch nie persönlich getroffen hast.

 

Resümee

Die initiale Herausforderung als Honorarberater ist es, Menschen für die eigene Dienstleistung zu begeistern. Dafür ist das Internet – zumindest für mich – das ideale Medium. Es bietet mir die Möglichkeit, unzähligen Menschen einen Nutzen zu stiften und sie gleichzeitig auf mich aufmerksam zu machen.

Neben den positiven Seiten des Content-Marketings musst Du Dir aber bewusst machen, dass damit unzählige Stunden und Tage an Arbeit einhergehen. Die Ungewissheit, ob sich der Aufwand jemals lohnt, ist gerade am Anfang Dein täglicher Begleiter. Wenn Geld meine Hauptmotivation wäre, hätte ich auf halben Wege aufgegeben. Grundvoraussetzung für nachhaltigen Erfolg ist, dass Du anderen Menschen tatsächlich helfen möchtest.

Dein Finanzberater
Christoph Geiler

 

Entwaffnende Herzlichkeit: Das Geschäftsjahr 2017 und die Ziele für 2018

Das Team der Eisenbahnstraße 09: Markus, Gabriela, Thomas und Christoph

Entwaffnende Herzlichkeit

Das Jahr 2017 war besonders. Anfangs waren wir noch zu zweit im Büro. Im Laufe des Jahres gesellten sich unsere Sekretärin Gabriela Croitoru und Versicherungsmakler Markus Haybach zu uns. Neben geballter Kompetenz im Bereich Digitalisierung hat so vor allem eine entwaffnende Herzlichkeit in unserer Bürogemeinschaft Einzug gehalten.

Es war und ist eine große Freude, unsere verschiedenen Charaktere unter einen Hut zu bringen und die Potentiale des jeweils anderen zu heben und zu entfalten. Das Ergebnis sind noch zufriedenere Mandanten und steigende Umsatzzahlen. Wobei das eine untrennbar mit dem anderen verbunden ist. Denn das ist klar:

Langfristiger Erfolg ist nur möglich, wenn wir die Erwartungen unserer Mandanten immer wieder aufs neue erfüllen und übertreffen.

Aus unserer Erfahrung heraus kann ein Honorarberater, der eine mittelmäßige Arbeit abliefert, sein Gewerbe direkt abmelden. Denn wer seine Kosten offen kommuniziert, muss zwangsläufig beweisen, dass er sein Geld wert ist.

 

Online-Marketing

Besonders hat es mich gefreut, dass die Zahl der Beratungsanfragen stetig zunimmt. Das ist ein tolles Feedback auf die unzähligen Stunden, die ich investiert habe, um Texte zu verfassen, Podcast-Episoden einzusprechen und Videos aufzunehmen.

Mittlerweile erreiche ich über alle Medien hinweg über 10.000 Menschen im Monat. Das macht mir Hoffnung, dass wir tatsächlich dazu beitragen können, die Finanzbranche etwas transparenter und kundenfreundlicher zu gestalten.

 

Schwierige Zeit

Neben allem Positivem gab es 2017 auch schwierige Zeiten. Im Sommer gab es eine ordentliche Auftragsdelle, die zu deutlichen Umsatzeinbußen führte. Es war frustrierend. Mehr als einmal habe ich mich gefragt, ob sich der ganze Aufwand lohnt und ob ich auf dem richtigen Weg bin. Hier hat sich gezeigt, wie wertvoll es ist, mit wunderbaren Menschen zusammenarbeiten. Sie haben mir geholfen, weiter auf Kurs zu bleiben. Und tatsächlich waren die letzten Monate des Jahres – wenn man den Umsatz betrachtet – die mit Abstand besten.

 

Die Ziele für 2018

Im neuen Jahr geht es darum, die geschaffenen Strukturen zu festigen, zu nutzen und auszubauen. In konkreten Zielen bedeutet das:

  • Die Weiterbildung zum Fachwirt für Finanzberatung abschließen
  • 36 Neukunden
  • Umsatzziel: 50.000 Euro im Jahr
  • 30.000 Menschen pro Monat erreichen (Finanzküche – Blog, Podcast, YouTube)
  • Webinare anbieten
  • Veröffentlichung eines Buches
  • Betreutes Anlagevermögen auf 2.500.000 Euro erhöhen

Die große Herausforderung ist, dass die Zeit mit meinem Sohn nicht zu kurz kommen darf. Denn das ist es, was ich aus den Gesprächen mit meinen Mandanten immer wieder mitnehme:

Wichtiger als alles Geld der Welt ist ein intaktes soziales Umfeld.

Für mich ist es pures Glück, meinem Sohn dabei zuschauen zu dürfen, wie er wächst und gedeiht. Er wird bald alleine laufen können und „Mama“ und „Papa“ zu sagen, gelingt ihm bereits spielerisch.

Um nichts in der Welt will ich seine ersten Schritte verpassen und so ist meine größte Aufgabe dieses Jahr:

Familie und Beruf miteinander in Einklang zu bringen.

Dein Finanzberater
Christoph Geiler

Welchen Wert hat das Wort „Unabhängigkeit“ in der Finanzberatung?

Ich suche einen unabhängigen Finanzberater.

Welchen Wert hat das Wort „Unabhängigkeit“ in der Finanzberatung?

Ein undurchschaubares Dickicht an Marktteilnehmern

Ich bewege mich seit 5 Jahren in der Finanz- und Versicherungsbranche. Dabei habe ich verschiedenste Typen von Finanzberatern kennengelernt. Seien es nun:

  • Versicherungsvertreter,
  • Versicherungsmakler,
  • Finanzanlagenvermittler,
  • Versicherungsberater,
  • Honorar-Finanzanlagenberater

und viele mehr …

Das Angebot an Finanzberatern ist ein nahezu undurchschaubares Dickicht an Marktteilnehmern, welches bereits bei einigen Brancheninsidern für Verwirrung zu sorgen scheint. Das wird allein daran deutlich, dass immer mehr Versicherungsmakler die Honorarberatung für Privatkunden für sich entdecken …

Wobei Maklern klar sein sollte, dass ihnen von Seiten des Gesetzgebers nur die Honorarvermittlung erlaubt ist. Das ist ein fundamentaler Unterschied zur Beratertätigkeit, der bei Nichtbeachtung zu existenzbedrohenden Haftungsfallen für den Finanzberater und zu herben Enttäuschungen beim Verbraucher führen kann.

Wenn schon Dienstleister den Überblick verloren haben, ist es wenig verwunderlich, dass der Endkunde noch schwerer einschätzen kann, wer für ihn der richtige Ansprechpartner ist.

Etwas Licht ins Dunkel bringen zwei Artikel, die ich auf der Finanzküche veröffentlicht habe:

 

Die inflationäre Verwendung des Unabhängigkeits-Begriffes

Komplettiert wird die Verwirrung durch die inflationäre Verwendung des Begriffes der Unabhängigkeit. Gefühlt jeder Finanzberater nennt sich unabhängig. Das wird allein an meinem Beispiel deutlich:

Ich habe mich bereits mit Brancheneintritt als unabhängig bezeichnet. Dabei war ich zu Beginn noch als Versicherungsvertreter für einen Strukturvertrieb tätig. Im Anschluss habe ich als Versicherungsmakler gearbeitet … was blieb war der Begriff der Unabhängigkeit. Heute bezeichne ich mich ebenfalls als unabhängig, obwohl (oder gerade weil) die Zeit als Vertreter und Makler längst vorbei ist.

Das Problem ist, dass Unabhängigkeit ein dehnbarer Begriff ist.

Als Verbraucher sollte man in jedem Fall genau nachfragen, was ein Finanzberater meint, wenn er sich als unabhängig bezeichnet …

Unabhängig vom Arbeitgeber? Unabhängig von einer einzelnen Versicherung? Unabhängigkeit vom Produktverkauf? Unabhängig von was eigentlich?

 

Eine Beratung frei von Interessenskonflikten gibt es nicht

Je nach Betrachtungswinkel bin auch ich als Versicherungsberater und Honorar-Finanzanlagenberater abhängig. Zunächst einmal bin ich davon abhängig, dass meine Mandanten bereit sind, mir ein Honorar zu überweisen. Was in Ordnung ist, da durch diese Abhängigkeit kein Interessenskonflikt zwischen mir und meinen Mandanten entsteht. Das ist es dann auch, was die meisten Mandanten eigentlich suchen …

Einen Berater, der in ihrem Interesse berät.

Dabei sollte klar sein:

Eine Beratung frei von Interessenskonflikten gibt es nicht.

Auch wir hochgelobten Honorarberater sind falschen Anreizen ausgesetzt. Wer nach Stunde abrechnet, könnte beispielsweise geneigt sein, Beratungen unnötig in die Länge zu ziehen. Darüber hinaus ist es denkbar, dass vom Honorarberater Lösungen bevorzugt werden, die er selbst mit seiner Beratungsleistung abdecken kann, da der Auftrag ansonsten an ihm vorbeigeht.

Schaut man sich einen Versicherungsmakler an, ist sein Vergütungsanspruch direkt an den Vermittlungserfolg gekoppelt. Er ist also abhängig vom erfolgreichen Produktverkauf. Dabei spielt es keine Rolle, ob der eine Provision vom Versicherer erhält oder ein Vermittlungshonorar direkt vom Kunden.

Der Versicherungsvertreter ist neben der Abhängigkeit vom Produktverkauf noch abhängig von den Weisungen seiner Versicherungsgesellschaft.

 

Eine Gemeinsamkeit haben alle Finanzberater

Wer als Finanzberater langfristig am Markt bestehen will, ist auf zufriedene Mandanten angewiesen. Jeder Beratertyp wird damit im Rahmen seiner Möglichkeiten versuchen, das Beste für seine Mandanten herauszuholen. Ansonsten bleiben Empfehlungen aus und Bestandskunden suchen sich andere Berater.

Ob es dann tatsächlich gelingt, die besten Lösungen für die eigenen Mandanten zu erarbeiten, hängt vom rechtlichen Rahmen ab, indem sich der Berater bewegt und natürlich in hohem Maße von seinen Fähigkeiten.

 

Resümee: Wie finde ich einen unabhängigen Finanzberater?

Letztlich sollten sich Verbraucher fragen:

Was möchte ich und was ist mir wichtig?

Nach Klärung der Frage, kann auch die Entscheidung getroffen werden, was das Wort unabhängig eigentlich bedeuten soll …

  • Unabhängig vom Produktverkauf?
  • Unabhängig von einer einzelnen Gesellschaft?
  • Unabhängig von einem Arbeitgeber?
  • Unabhängig von … ?

Im Anschluss kann die erfolgreiche Suche nach einem „unabhängigen“ Finanzberater beginnen.

Deine Finanzberatung Christoph Geiler

Autor: Christoph Geiler

IDD-Umsetzung: Durchbruch für die Honorarberatung?

Ist die IDD-Umsetzung der Durchbruch für die Honorarberatung

Am 23. Februar 2018 tritt endgültig die neue Vermittlerrichtlinie (IDD) in Kraft. Das lang diskutierte Honorarverbot für Versicherungsmakler ist kurz vor der finalen Fassung gestrichen worden. Die wichtigste Änderung kommt damit für Versicherungsberater:

In Zukunft dürfen sie von Versicherungsgesellschaften verlangen, dass sie in Verträge einkalkulierte Provisionen an die Versicherungsnehmer auskehren…

 

Längst überfällige Stärkung der Honorarberatung

Im Text zur Umsetzung der Richtlinie (EU) 2016/97 heißt es dazu:

„Wenn der Versicherungsberater dem Versicherungsnehmer eine Versicherung vermittelt, deren Vertragsbestandteil auch Zuwendungen zugunsten desjenigen enthält, der die Versicherung vermittelt, hat er unverzüglich die Auskehrung der Zuwendungen durch das Versicherungsunternehmen an den Versicherungsnehmer nach § 48c Absatz 1 des Versicherungsaufsichtsgesetzes zu veranlassen.“

Aktuell dürfen Versicherungsberater Provisionen weder annehmen noch Versicherungsunternehmen dazu veranlassen, in Verträge einkalkullierte Zuwendungen auszukehren. Mandanten müssen also, wenn der passende Versicherungsvertrag nur als Provisionstarif zu haben ist, sowohl das Honorar für den Versicherungsberater als auch die Provisionen für den Abschluss zahlen. Ab 23. Februar 2018 ist diese Gefahr der Doppelbelastung gebannt.

Honorarberatung ist damit endlich auch von der rechtlichen Stellung her auf Augenhöhe mit der Provisionsberatung.

Darüber hinaus ist bemerkenswert, dass im Gesetz ausdrücklich von Vermittlung durch einen Versicherungsberater gesprochen wird:

vgl.: „Wenn der Versicherungsberater dem Versicherungsnehmer eine Versicherung vermittelt“.

Bisher hieß es dazu nur, dass Versicherungsberater zur Vereinbarung neuer Versicherungsverträge beraten dürfen. Das Wort Vermittlung wurde ausgespart.

In Zukunft können Versicherungsberater ihren Mandanten bedenkenlos die Leistung „Produktvermittlung“ anbieten. Eine weitere rechtliche Grauzone wurde damit beseitigt.

 

Der Verbraucher entscheidet

Lange sollte das neue Gesetz ein Honorarannahmeverbot für Versicherungsvermittler (Makler und Vertreter) beinhalten. Kurz vor knapp wurde dieser Punkt gestrichen. Was nicht weiter schlimm wäre, wenn geltendes Recht auch konsequent umgesetzt werden würde …

Bereits heute dürfen Versicherungsvermittler nur Honorarvermittlung betreiben. Das bedeutet, dass ihre Honorare an den konkreten Vermittlungserfolg gekoppelt sind. Stellt beispielsweise ein Versicherungsmakler ein Honorar für eine Produktprüfung in Rechnung, entbehrt dies jeder rechtlichen Grundlage. Das Problem:

Entsteht einem Verbraucher durch eine fehlerhafte Produktprüfung ein Schaden, wird die Vermögensschadenhaftpflichtversicherung des Versicherungsmaklers nicht leisten. Der Makler muss selbst für den Schaden aufkommen. Kann er das nicht, bleibt der Verbraucher auf seinem Schaden sitzen.

Aktuell stellen trotzdem etliche Versicherungsmakler Honorare für Produktprüfungen in Rechnung. Die Folgen, die sich hieraus ergeben, werden sowohl Verbraucher als auch die meisten Makler erst erkennen, wenn es zu Haftungsfällen kommt. Wünschenswert ist also weniger ein Honorarannahmeverbot für Versicherungsmakler, sondern vielmehr die Sicherstellung, dass sich jeder Marktteilnehmer innerhalb seines rechtlichen Rahmens bewegt.

Eine Stärkung der Honorarberatung darüber hinaus bedarf es nicht. Jeder kann und sollte selbst entscheiden, welche Dienstleistung er in Anspruch nimmt und wie er diese vergütet.

 

Provisionsabgabeverbot wird wiederbelebt

Im Zuge des neuen Vermittlerrechts ist das Provisionsabgabeverbot ein großes Thema. In Zukunft wird es Vermittlern wieder ausdrücklich verboten sein, Provisionen an ihre Kunden weiterzugeben. Das soll verhindern, dass Kunden einfach zu dem Vermittler gehen, der die höchste Provisions-Rückerstattung hat.

Größere Auswirkungen erwarte ich vor allem bei FinTechs (digitalen Vermittlern), deren Geschäftsmodell darauf beruht, einen Teil der vereinnahmten Provisionen ihren Kunden wieder auszuschütten. Das wiederbelebte Provisionsabgabeverbot stelltet derartige Unternehmenskonzepte zumindest in Frage.

 

IDD-Umsetzung: Resümee

Ab 23. Februar 2018 dürfen (und müssen) Versicherungsberater Versicherungsgesellschaften dazu veranlassen, Provisionen auszukehren. Dieser Schritt war längst überfällig.

Das Honorarannahmeverbot für Versicherungsvermittler ist vom Tisch, was grundsätzlich zu begrüßen ist. So ist sichergestellt, dass auch Vermittler ihren Kunden transparente Nettopolicen (abschlusskostenfrei) zur Verfügung stellen können. Wünschenswert ist allerdings, dass in Zukunft geltendes Recht umgesetzt wird und Versicherungsvermittler keine Honorarberatung mehr durchführen. Rechtlich zulässig ist für sie seit jeher nur die Honorarvermittlung. Im Falle einer Fehlberatung durch einen Versicherungsmakler (oder Vertreter) kann es ansonsten zu ungedeckten Haftpflichtansprüchen kommen.

Ob die IDD-Umsetzung der große Wurf für die Honorarberatung ist, darf zumindest bezweifelt werden. Entscheidend ist dafür vielmehr ein großflächiges Umdenken unter Verbrauchern. Honorarberatung ist eben kein Kostensparmodell, wie es von vielen angepriesen wird …

Was Honorarberatung wirklich leistet, ist, dass sie dem Berater die Freiheit gibt, unabhängig von Produktabschlüssen zu handeln. Wenn Verbraucher das zu schätzen lernen, dann ist das der große Wurf für die Honorarberatung.

Dein Finanzberatung Christoph Geiler

Autor: Christoph Geiler

Rechtsschutzversicherung: Schritt für Schritt zum individuellen Schutz

Eine Rechtsschutzversicherung kannst du dir je nach individuellem Bedarf zusammenstellen.

Autorin: Maren Pein (Praktikantin)

Kommt Dir eine dieser Situationen bekannt vor?

  • Dein Arbeitgeber steht tobend mit hochrotem Kopf vor Dir. Er beschuldigt Dich den neuen Computer vom Schreibtisch gestoßen zu haben.
  • Dein Vermieter legt Dir schon wieder eine immens hohe Nebenkostenabrechnung vor. Im gleichen Atemzug möchte er die Miete erhöhen.
  • Bei einem Verkehrsunfall kommt Dein Unfallgegner wild gestikulierend auf Dich zu. Er fordert direkt Schadenersatz von Dir, obwohl Dich keine Schuld trifft.

Wie hast Du reagiert, obwohl Du der Ansicht warst, Dir wird in diesem Moment Unrecht getan?

Eine Rechtsschutzversicherung soll Dich dazu ermutigen, den Kopf in solchen Situationen nicht in den Sand zu stecken. Sie schafft Chancengleichheit für Dich und die „Großen“, die einen langjährigen Rechtsstreit finanziell aussitzen könnten.

Beachte: Um die unberechtigte Schadenersatzforderung aus dem Beispiel des Verkehrsunfalls abzuwehren, benötigst Du keine Rechtsschutzversicherung. Hier greift die Rechtsschutzfunktion Deiner Haftpflichtversicherung.

 

Eine Rechtsschutzversicherung lohnt sich für Dich hauptsächlich aus 2 Gründen:

  • Um eigene Ansprüche auf Zahlung von Schadenersatz gegenüber einem Dritten geltend zu machen
  • Um Dich gegen Ungerechtigkeiten durch den Arbeitgeber, Vermieter oder den öffentlichen Behörden zu wehren

Rechtsschutz ist nicht gleich Rechtsschutz. Zumeist werden Pakete angeboten, die bestimmte kombinierte Bausteine anbieten. Im Folgenden werden diese 6 möglichen Bausteine genannt und kurz erläutert. So kannst Du den für Dich passenden Schutz zusammenstellen.

 

I/II Verkehrs- Rechtsschutz und Fahrzeug- Rechtsschutz:

Versichert werden ein, beziehungsweise mehrere Fahrzeuge der Familie. Dadurch stehen die eigenen Familienmitglieder, wie auch alle anderen Insassen unter Versicherungsschutz. Kurz um:

Bei einem Verkehrsunfall erhältst Du (und alle anderen mitversicherten Personen) rechtlichen Beistand, um Schadensersatz für Deinen brandneuen und jetzt zerbeulten PKW, oder Schmerzensgeld für den gebrochenen Arm einzufordern. Dabei ist es nicht wichtig, dass du in Deinem eigenen Auto gesessen, sondern am Straßenverkehr teilgenommen hast. Dies ist auch als Beifahrer, Radfahrer oder Fußgänger der Fall.

Des Weiteren bekommst Du Unterstützung bei einigen Ordnungswidrigkeiten, zum Beispiel dem Überfahren einer roten Ampel, oder dem neu eingetroffenen Schnappschuss des Tages. Voraussetzung:

Der Rechtsbeistand muss Aussicht auf Erfolg haben.

Der Unterschied zwischen Verkehrs- und Fahrzeug-Rechtsschutz: Eine Fahrzeug-Rechtsschutzversicherung kannst Du für fremde Fahrzeuge abschließen, auf die Du nicht selbst zugelassen bist. Zum Beispiel für Deine Mutter oder einen Freund.

 

III Fahrer- Rechtschutz:

Der Fahrer-Rechtsschutz richtet sich gezielt an alle, die selbst noch kein Fahrzeug besitzen. Über ihn können sie die Vorzüge des Verkehrsrechtsschutzes als Beifahrer oder Fußgänger genießen. Sobald Du Dir ein eigenes Gefährt zugelegt hast, wandelt sich der Fahrer- automatisch in einen Verkehrs-Rechtsschutz um.

 

IV Privat-Rechtsschutz

Der wohl für die meisten Leute interessanteste Baustein. Über ihn kannst Du:

  • Schadenersatz und Schmerzensgeld einfordern
  • Und Dich gegen den Vorwurf der Lärmbelästigung nach der letzten Fete wehren.

Ebenfalls unterstützt wirst du bei Steuer-Fragen und Streitigkeiten mit dem Sozialgericht, sobald es zu einem gerichtlichen Verfahren kommt. Dazu zählen auch verweigerte Zahlung der Kranken- oder Rentenkassen.

In allen bisher genannten Bausteinen solltest Du darauf achten, dass ein Straf-Rechtsschutz enthalten ist. Wirst Du von der Staatsanwaltschaft beschuldigt, eine Straftat ohne Vorsatz begangen zu haben, stehst Du nicht allein im Regen. Diese Anschuldigung kann Dich gerade nach einem Verkehrsunfall schnell treffen. Zum Beispiel als Körperverletzung, wenn sich der in den Unfall verwickelte Radfahrer die Hand gebrochen hat.

 

V Berufs-Rechtsschutz

In dem anfänglich genannten Beispiel mit Deinem Arbeitgeber wird Deine Haftpflichtversicherung für den Schaden nicht aufkommen, denn es handelt sich um eine Privat-Haftpflicht und ist somit nicht Teil Deines Berufslebens. In diesen Fällen greift der Berufs-Rechtsschutz. Alle Streitigkeiten mit dem Arbeitgeber werden hier abgedeckt. Als Beamter zählen auch Disziplinarverfahren dazu, die Deine weitere Karriere beeinträchtigen könnten.

 

Last but not least:

VI Wohnungs- und Grundstücks-Rechtsschutz

Dieser ist insbesondere für Probleme aus Mietverhältnissen gedacht. Auch wenn Du bereits ein eigenes Haus besitzen solltest, bekommst Du rechtlichen Beistand bei Uneinigkeiten mit dem Nachbarn oder der Straßenreinigung.

 

Fazit

Ob Du eine Rechtsschutzversicherung abschließt und welche Bausteine darin enthalten sind, ist immer Deine eigene Entscheidung. Überlege Dir vorab, ob sich eine Versicherung für Dich lohnt und was darin abgedeckt sein soll. Zudem solltest Du darauf achten, dass Deine Familie in den Versicherungsschutz eingeschlossen ist. Ansonsten läufst Du Gefahr, dass Dein Spross in einen Unfall gerät und sich trotz bestehendem Rechtsschutz nicht wehren kann.

Gut zu wissen: Viele Versicherer bieten eine Anwaltshotline an, die bei Fragen eine sofortige Rechtsauskunft ermöglicht.

Deine Finanzberatung
Christoph Geiler

Autorin: Maren Pein (Praktikantin)

Blidquelle: © Paul Hill – Fotolia.com

Statuswechsel zum Versicherungsberater – Gezeitenwechsel und maximale Transparenz

Der Versicherungsberater ist im Gegensatz zum Versicherungsmakler kein Vermittler. Das düstere Bild mit dem Brückenpfeiler steht für einen Gezeitenwechsel.

Mit Entscheidungen ist es manchmal wie mit gutem Wein – sie brauchen Zeit.

Seit Monaten beschäftige ich mich mit dem Gedanken, meine Tätigkeit als Versicherungsmakler aufzugeben und die des Versicherungsberaters aufzunehmen.

Am 01.03.2017 ist es nun soweit: Ich werde der erste Versicherungsberater in Leipzig sein, der für Privatkunden tätig ist. In diesem Artikel erfährst Du:

  • Meine Beweggründe
  • Die Unterschiede zwischen Makler und Berater
  • Was sich für meine Mandanten ändert

 

Versicherungsmaklern und Versicherungsberatern ist gemein, dass sie rein rechtlich im Lager ihrer Mandanten stehen und doch gibt es entscheidende Unterschiede …

 

Der Versicherungsmakler

Der Versicherungsmakler wird von seinen Mandanten mit der Vermittlung von Versicherungsverträgen beauftragt. Folgerichtig wird er genau dafür bezahlt:

Für die Vermittlung von Versicherungsverträgen.

Weitere Aufgabenbereiche sind die:

  • Verwaltung
  • Betreuung
  • Aktualisierung

des bestehenden Versicherungsschutzes.

Üblicherweise werden Versicherungsmakler über Provisionen von den Versicherungsunternehmen bezahlt. Diese Abschlusskosten sind in den Beiträgen der Verträge einkalkuliert. Letztlich zahlt die Vertriebskosten – ähnlich wie bei Honoraren – der Mandant.

Davon abweichend sind (bisher) Honorarvermittlungen von sogenannten Nettopolicen möglich. In diesem Fall wird der Makler direkt von seinen Mandanten bezahlt. Dafür sind in den Versicherungsverträgen keine Abschlusskosten eingepreist und die Prämien sind günstiger.

Aber egal ob Honorarvermittlung oder Provisionsvermittlung, es handelt sich immer um eine vermittlungsbezogene Vergütung. Das bedeutet, dass der Versicherungsmakler bestehende Versicherungsverträge von Mandanten nur prüfen darf, wenn er eine Vermittlungsabsicht hegt.

Zum Verständnis:

Willst Du wissen, ob Deine Versicherungsverträge Sinn machen und beauftragst mit der Prüfung einen Versicherungsmakler, muss dieser bereits vor der Analyse eine Vermittlung im Hinterkopf haben. Andernfalls handelt es sich um Rechtsberatung und ist Versicherungsmaklern verboten.

Wie viel Sinn eine solch vorbelastete Vertragsprüfung macht, überlasse ich Deinem Vorstellungsvermögen.

 

Der Versicherungsberater

Hier kommt der Versicherungsberater ins Spiel.  Er berät „Dritte

  • Bei der Vereinbarung, Änderung oder Prüfung von Versicherungsverträgen,
  • Bei der Wahrnehmung von Ansprüchen aus dem Versicherungsvertrag im Versicherungsfall

Und

  • Vertritt Dritte gegenüber dem Versicherer außergerichtlich
  • Ohne von einem Versicherer einen wirtschaftlichen Vorteil zu erhalten oder in anderer Weise von ihm abhängig zu sein“*1

Anders als der Versicherungsmakler ist der Versicherungsberater kein Vermittler.

Der Versicherungsberater ist mit der Beratung seiner Mandanten betraut und darf eine neutrale Einschätzung ihrer versicherungsrechtlichen Situation anfertigen. Wirtschaftliche Abhängigkeiten zu Versicherungsunternehmen und Vertriebsorganisationen sind ihm verboten. Provisionen darf er keine annehmen.

Wenn Du die Wahl zwischen einem Versicherungsberater und einem Versicherungsmakler hast, ist der Versicherungsberater – allein aus seiner rechtlichen Stellung heraus – die objektivere Wahl.

 

Die Schattenseiten

Zwei Nachteile hat Versicherungsberatung:

1. Die sogenannte Honorarvermittlung gibt es nicht. Das bedeutet, auf alle Honorare werden 19 Prozent Umsatzsteuer fällig. Die Dienstleistung wird entsprechend teurer oder der Versicherungsberater verdient weniger.

2. Dem Versicherungsberater ist es verboten, Provisionen anzunehmen und weiterzuleiten. Lässt sich ein Mandant beraten und die in Betracht kommende Versicherung ist nur als Provisionstarif zu haben, muss er im Zweifel das Honorar und die Provision bezahlen.

Gerade der zweite Punkt hat mich bisher davon abgehalten, den Registrierungswechsel vom Makler zum Berater vorzunehmen. Doch da immer mehr Versicherer provisionsfreie Tarife anbieten und ich mich in den letzten zwei Jahren an keinen einzigen Fall erinnern kann, bei dem ich einen Provisionstarif empfohlen habe, hat das Argument der eventuellen Doppelbelastung deutlich an Gewicht verloren.

Hinzu kommt, dass wohl noch im Laufe dieses Jahres eine neue Vermittlerrichtlinie (Stichwort: IDD) umgesetzt wird. Dabei ist abzusehen, dass das Berufsbild des Versicherungsberaters gestärkt und von dem des Versicherungsmaklers weiter abgegrenzt wird.

So soll es in der aktuellen Fassung Versicherungsmaklern nicht mehr erlaubt sein, Privatkunden Vermittlungen gegen Honorar anzubieten. Auch über die Vermeidung eventueller Doppelbelastungen von Versicherungsberater-Mandanten wird gesprochen.

 

Lange Rede, kurzer Sinn

Der richtige Zeitpunkt für den Statuswechsel zum Versicherungsberater ist gekommen. Für bestehende Mandanten ändert sich fast nichts. In Zukunft wird es nur keine umsatzsteuerfreie Honorarvermittlung mehr geben.

Dieser Nachteil wiegt nicht annähernd so schwer wie die Vorteile:

Maximale Transparenz, gepaart mit neutraler auf den Mandanten zugeschnittener Beratung und das in einem sicheren Rechtsrahmen.

Dein Finanzberater
Christoph Geiler

Quelle: *1: GewO 34 e Versicherungsberater, Schönleiter, Landmann/Rohmer Gewerbeordnung 69. Ergänzungslieferung März 2015, Rn. 9-15