Unvorhergesehene Ausgaben: Wozu Dein Notgroschen wirklich da ist

Notgroschen: Für wen er wirklich da ist. Höhe und Anlage.

Der Notgroschen bildet die Basis deiner Finanzen. Wenn alles schief geht, ist er die Schutzmauer, die dir Ruhe gibt.

So trivial der Notgroschen auch ist, immer wieder kommen Fragen zu ihm auf. Welche Höhe soll er haben? Wofür ist er eigentlich da? Und wie lege ich ihn am besten an?

 

Wofür ist der Notgroschen da?

Der Notgroschen ist für unvorhergesehene Ausgaben reserviert. Unvorhergesehene Ausgaben sind, wie ihr Name schon sagt, unvorhersehbar. Der Notgroschen dient also nicht der simplen Begleichung von Autoreparaturen oder dem Austausch eines kaputten Kühlschranks. Das ein Auto ab und zu in die Werkstatt muss und nahezu jedes Elektrogerät irgendwann kaputt geht, ist naheliegend. Für derartige Ausgaben werden extra Rückstellungen gebildet.

Dein Notfallpuffer soll Dir in schwierigen Zeiten, mit denen Du vorher so nie gerechnet hättest, den Rücken freihalten.

Das Leben verläuft sprunghaft. In einem Moment läuft alles nach Plan. Du bist wunschlos glücklich. Im nächsten Moment zerplatzen Deine Vorstellungen wie eine Seifenblase.

Mir ist das gerade selbst passiert.

Nur ein paar Wochen nach unserem lange geplanten Umzug mussten wir aus diversen Gründen noch einmal umziehen. Außerplanmäßig mussten wir unter anderem eine komplett neue Küche kaufen. Vorhersehen konnte ich das beim besten Willen nicht …

Unser Notgroschen hat in diesem Moment sichergestellt, dass wir uns neben dem Stress des zweiten Umzugs nicht noch finanzielle Gedanken machen mussten.

 

Welche Höhe soll der Notgroschen haben?

Bei der Höhe des Notgroschen liest man oft von drei Nettogehältern oder drei Monatsausgaben. Von solchen pauschalen Empfehlungen halte ich wenig.

Ein Single ohne Kinder benötigt meistens eine kleinere Notfallreserve als eine Familie mit Kindern. Als Selbständiger mit Frau und Kind strebe ich zum Beispiel eine Barreserve an, die einmal unsere Jahresausgaben deckt. Wenn ich nur für mich allein die Verantwortung übernehmen müsste, würde ich einen deutlich geringeren Betrag ansetzen. Wobei ich die oben angesprochene pauschale Empfehlung von 3 Monatsausgaben als absolute Untergrenze sehe.

 

Wie lege ich meinen Notgroschen am besten an?

Wenn der Notgroschen großzügig bemessen wird, kann schnell eine fünfstellige Summe zusammenkommen. Oft wird mir dann die Frage gestellt: Wie lege ich das Geld am besten an?

Die Antwort ist simpel: So, dass Du jeden Tag darüber verfügen kannst und das Geld keinen Schwankungen unterworfen ist.

Lösungen sind das Giro- und Tagesgeldkonto. Wenn Du Dich alternativ für Bargeld entscheidest, solltest Du sicherstellten, dass das Geld keine Beine bekommt.

Es ist völlig in Ordnung, wenn der Notgroschen keinen Ertrag abwirft und der Inflation ausgesetzt ist. Im Gesamtvermögensmix kann er trotzdem ertragssteigernd berücksichtigt werden. Bedeutet, dass Du bei Deinen anderen Investitionen ein etwas höheres Risiko eingehen kannst, wenn Du weißt, dass Du im Ernstfall auf Deinen Notgroschen zurückgreifen kannst.

 

Resümee: Notgroschen – Ruhepol in stürmischen Gewässern

Der Notfallpuffer ist Deine Versicherung für schwierige Zeiten, nicht mehr und nicht weniger. Wenn Du ihn großzügig auslegst, hast Du zumindest auf der finanziellen Ebene Ruhe, wenn es in allen anderen Bereichen einmal drunter und drüber geht.

Was die Verwahrung Deines Notfallpuffers angeht, bieten sich Girokonto, Tagesgeld und Bargeld an. Entscheidend ist, dass Du im Ernstfall jederzeit auf ihn zugreifen kannst.

Dein Finanzberater
Christoph Geiler

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Kommentare

  1. Ich

    Man hätte es ja auch bei dem seeeehr ausführlichen Youtube Kommentar belassen können. ^^

    Der Notgroschen ist doch nichts anderes als eine weitere Rückstellung ohne Sachbezug.

    Und für mich beinhaltet der Notgroschen alle Rückstellungen, definierte und undefinierte.

    19. Juni 2019 - 21:13

  2. Christoph Geiler

    Ab und zu muss man sich mal wieder auf die Grundlagen besinnen 🙂 Das fällt mir immer wieder auf.

    Liebe Grüße aus Leipzig
    Christoph

    21. Juni 2019 - 15:52

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