Vermögensaufbau: Warum die Suche nach Abkürzungen gefährlich ist

Vermögensaufbau: Der Unterschied zwischen spekulieren und investieren

Die Tage ist es nahezu unmöglich, der Berichterstattung über Digitale Währungen wie Bitcoin, Ethereum und Litecoin zu entkommen. Allein auf Handelsblatt.com wird der Hauptartikel jeden zweiten Tag diesem Thema gewidmet.

Dabei zielt das Interesse weniger auf die Vorteile Digitaler Währungen als auf die berauschenden Kurssteigerungen ab. Und genau da liegt das Problem. Denn problematisch wird ein solcher Hype immer, wenn er sich in Gier entlädt …

Vermögensaufbau: Warum die Suche nach Abkürzungen gefährlich ist

 

Der Traum vom schnellen Reichtum

Bitcoin – die bekannteste Digitale Währung – hat 2017 ein Kursplus von rund 1300 Prozent verbucht. Stand heute (03.01.2018 gegen 13:30Uhr) verkörpert 1 Bitcoin den Gegenwert von 14.845,75 US-Dollar. Am 18. Juli 2010 startete der Bitcoin bei gerade einmal 0,07 US-Dollar. Wer damals Bitcoins im Wert von 1 US-Dollar gekauft und bis heute gehalten hat, kann ein Bitcoin-Vermögen im Gegenwert von 212082,14 Euro sein eigen nennen.

Das derartige Kurssteigerungen eine besondere Magie besitzen, ist kein neues Phänomen. Durch den Einsatz weniger Euro hätte praktisch jeder von uns für den Rest seines Lebens aussorgen können …

Nur hat das damals niemand vorhergesehen und von der Kursentwicklung der Vergangenheit auf die Zukunft zu schließen, ist eine höchst zweifelhafte Anlagestrategie …

Das Fehlen von Glaskugeln und hellseherischen Fähigkeiten ist auch der Grund, warum die Wenigsten von uns durch Bitcoins zum Millionär geworden sind.

 

Der Unterschied zwischen spekulieren und investieren

Wenn Du heute Bitcoins in der Hoffnung kaufst, dass der Kurs weiter steigt, ist das reine Spekulation. Für einen erfolgreichen Abschluss Deines Geschäfts brauchst Du jemanden, der Dir später einen höheren Preis bezahlt.

Zinserträge und Dividenden gibt es nicht. Digitale Währungen, die sich langfristig nicht als Zahlungsmittel etablieren können, sind nutzlos und werden früher oder später zu ihrem inneren Wert zurückkehren: Null.

Wenn eine Währung sich als Zahlungsmittel nicht durchsetzt, ist sie schlicht nutzlos.

Von der Spekulation unterscheidet sich eine Investition durch die realen Werte, die dahinter stehen. Eine Aktie ist beispielsweise ein verbriefter Anteil an einem real existierenden Unternehmen. Selbst wenn Dir niemand Deine Aktie abkaufen möchte, kannst Du immer noch von der laufenden Produktion des dahinterstehenden Unternehmens profitieren. Die Dividende ist letztlich nichts anderes als eine Beteiligung am Unternehmensgewinn.

 

Resümee: Realistische Erwartungshaltung

Wenn Du in Digitale Währungen investieren möchtest, ist das nicht verwerflich, aber Du solltest eine realistische Erwartungshaltung haben. Ein Bitcoin kann in einem Jahr 30.000 Dollar oder mehr wert sein, ebenso gut kannst du auch einen Totalverlust einfahren … und zwar genau dann, wenn Bitcoin als Zahlungsmittel versagt.

Daher solltest Du nur mit Geld spekulieren, dass Du im Zweifel nie wieder benötigst.

Für den langfristigen Vermögensaufbau kann es aber nur eine Empfehlung geben:

Investieren statt spekulieren.

Aktien, Immobilien und Anleihen strahlen derzeit vielleicht keine solche Magie aus wie Bitcoin und Co., aber langfristig haben diese Anlageklassen ihren Wert für den Vermögensaufbau immer wieder unter Beweis gestellt. Damit sind sie das erste Mittel der Wahl, wenn es darum geht, Vermögen zu vermehren und zu erhalten.

In jedem Fall gilt:

Gier sollte bei Anlageentscheidungen keine treibende Kraft sein. Lass Dich nicht von vermeintlichen Abkürzungen und einem vagen Versprechen vom schnellen Reichtum blenden und frag Dich vor einer Spekulation in Digitale Währungen, ob Du von steigenden Kursen überzeugt bist, oder nur vergangenen Kurssteigerungen nachträumst.

Deine Finanzberatung Christoph Geiler

Autor: Christoph Geiler

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